Vorm Rathaus gibt es bald wieder Gemüse, Wurst und Käse

Lebenstedt  Aufgrund der Bauarbeiten an der Chemnitzer Straße soll der Wochenmarkt für länger als ein Jahr umziehen

Slavomir Gaida kauft sein Obst und Gemüse am Stand von Marktfrau Damla Arican ein.

Foto: Thomas Saalfeld

Slavomir Gaida kauft sein Obst und Gemüse am Stand von Marktfrau Damla Arican ein. Foto: Thomas Saalfeld

Zu seinen Wurzeln zurück kehrt der Lebenstedter Wochenmarkt von der Chemnitzer Straße zum Rathausvorplatz. Dort werden die Marktbeschicker erstmals am Freitag, 1. Februar, ihre Waren feilbieten. Der Grund für diesen Umzug: Der Investor Helmut de Jong baut im großen Stil Teile der Chemnitzer Straße um.

In der ersten von zwei Informationsveranstaltungen legten Verwaltungsvorstand Wolfram Skorczyk und Fachdienstleiter Achim Zöfelt im Ratssaal vielen Händlern ihre Pläne vor. Beim nächsten Mal treffen sich diese Gruppe und weitere Berufskollegen am Freitag, 11. Januar, um 8 Uhr morgens im Ratssaal.

„Wir wollen Ihnen einen attraktiven Platz anbieten und nehmen gern Anregungen in unsere Pläne auf“, versprach Skorczyk. Voraussichtlich für 12 bis 18 Monate werde auf den Rathausvorplatz ausgewichen. An der Schillerstraße sollen Parkplätze für die Lastwagen der Marktbeschicker entstehen. Ausweichplätze wie die Blumentriften, die Konrad-Adenauer-Straße mit Berliner Platz, die Albert-Schweitzer-Straße und der Parkplatz Schillerstraße seien bei der Planung schnell aus dem Rennen gewesen.

Der Staub und Lärm durch Baustellenfahrzeuge mache allerdings den Verbleib des Marktes während der Bauarbeiten an der Chemnitzer Straße unmöglich, sagte Zöfelt. Skorczyk ergänzte, dass dort das reizvolle Miteinander von Marktständen und Einzelhandelsgeschäften möglichst bald wieder hergestellt werden soll.

So sorgt sich beispielsweise der Gemüse- und Kartoffelanbauer Matthias Brockmann, dass er und seine Kollegen an dem neuen Marktplatz vor dem Lebenstedter Rathaus Einbußen von bis zu 40 Prozent hinnehmen müssten. Solche Zahlen nennen einige Berufskollegen, die wegen des Wolfenbütteler Weihnachtsmarktes mit ihren Ständen ausweichen müssen.

Ähnlich sieht es Jenny Schmidt, die ebenfalls Gemüse und Kartoffeln anbaut und an die Kunden bringen will. Sie klagt: „Unsere Personalkosten bleiben, obwohl uns wohl zwei Markttage ersatzlos gestrichen werden.“ Die Verwaltung sagte eine Prüfung zu, ob der Markttag wegen des Verkehrssicherheitstages am 26. April sowie des City-Festes am 18. August jeweils auf den Donnerstag vorgezogen werden könne.

Ortsbürgermeister Uwe Cyron machte sich dafür stark, dass Kunden die beispielsweise ihre Kartoffeln gleich zentnerweise kaufen wollen, mit ihren Autos vorfahren und die Säcke einladen können.

An den Markttagen dienstags und freitags sollen die Stände in Kreisen den Rathausvorplatz teilen. Auch dieser Vorschlag fand weitgehend Zustimmung. Der städtische Marktmeister Andreas Kampermann versprach: „An den ersten Tagen werde ich den Einweiser spielen.“

Anfangs habe er befürchtet, dass seine Kollegen und er auf einem Abstellgleis landen würden. Auf Anfrage unserer Zeitung meinte Käsehändler Peter van de Voort: „Die Strukturen scheinen zu stimmen. Ich lebe hauptsächlich von Stammkunden und habe das Gefühl, dass auch der Markt vorm Rathaus funktionieren kann.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (1)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort