Viel Lob für Salzgitters Hüter der Geschichte

Salder  Salzgitters Ortsheimatpfleger waren Ehrengäste des Fachdienstes Kultur, der das 25-jährige Bestehen der Ortsheimatpflege in Salzgitter feierte.

Oberbürgermeister Klingebiel (Mitte) mit den Ortsheimatpflegern der Stadt Salzgitter im Fürstensaal.

Foto: Horst Körner

Oberbürgermeister Klingebiel (Mitte) mit den Ortsheimatpflegern der Stadt Salzgitter im Fürstensaal. Foto: Horst Körner

Salzgitters Ortsheimatpfleger, die oft ohne viel Aufsehen mühsam Verborgenes aus der Geschichte der Ortschaften der Stadt ausgraben und aufzeichnen, standen am Donnerstagabend im Fürstensaal des Schlosses Salder im Rampenlicht. Sie waren Ehrengäste des Fachdienstes Kultur, der das 25-jährige Bestehen der Ortsheimatpflege in Salzgitter feierte.

„Sie haben ihre Aufgabe gemeinsam mit dem Team des Fachdienstes Kultur in den 25 Jahren hervorragend erfüllt“, lobte Fachdienstleiter Jörg Leuschner gleich zur Eröffnung. Er wertete die Teilnahme des Ratsvorsitzenden Bernd Grabb mit zahlreichen Kommunalpolitikern und des Kulturdezernenten Ekkehard Grunwald als ein Dankeschön an die Frauen und Männer der Ortsheimatpflege in den Ortschaften und auch beim städtischen Fachdienst.

Aber damit nicht genug. Auch überregionale Anerkennung für die Ortsheimatpflege in Salzgitter fehlte nicht: Harald Schraepler, Sprecher der AG Ortsheimatpfleger in der Braunschweigischen Landschaft, gratulierte: „Unsere gemeinsame Arbeit hat dazu geführt, dass sich die Bürger mit dem hiesigen Raum identifizieren.“

Als Bindeglied zwischen Verwaltung, Politik und der Bevölkerung wertete Oberbürgermeister Frank Klingebiel in seiner Laudatio die Ortsheimatpfleger. Er nannte als Männer der ersten Stunde Hartmut Alder und Peter Stübig. Doch er hatte für alle ein kleines Geschenk mitgebracht – auch für die „Ehemaligen“ Charlotte Günter, Petra Johns, Hermann Pfeifer und auch Holger Dussberg.

Die Ortsheimatpflege wirke in unserer Stadt identitätsstiftend, freute sich das Stadtoberhaupt über den Erfolg. Es sei ein Verdienst der Ortsheimatpflege, dass die Bürger Zugehörigkeit, Orientierung und Halt fänden und sich mit ihrer Heimat, mit Salzgitter, verbunden fühlten. „Dafür danke ich Ihnen von Herzen“, rief er den Ehrengästen zu.

Klingebiel erinnerte daran, dass in der jungen Stadt die Menschen eine besondere Beziehung zur Heimat Salzgitter aufgebaut hätten, obwohl für viele die Stadt erst ab 1937 und nach dem Zweiten Weltkrieg zur zweiten Heimat geworden sei.

Er nannte die ersten Heimatforscher: Franz Zobel, Kurt Hasselbring, Karl Kummer, Wilhelm Schrader sowie Max Humburg und Heinz Kolbe.

Den Festvortrag hielt Professor Carl-Hans Hauptmeyer von der Leibniz-Universität Hannover. Die Ortsheimatpflege in Salzgitter sei auf beachtlichem Niveau, sagte er. Die Fülle von Heimatnähe sei bewundernswert. Dabei – so stellte er fest – sei Salzgitter in einer besonderen Situation mit vorgezogener Verwaltungs- und Gebietsreform, der Zwangsarbeit und der Aufbauleistung durch die Flüchtlinge.

Aus dem Rückblick auf die Geschichte kam er zu seinem Thema „Zukunft der Ortsheimatpflege“, die – so stellte er fest – die Menschen vor Ort selbst gestalteten. Für ihn heiße dies, die Vergangenheit erforschen, die Gegenwart erklären und die Zukunft vorstellbar machen. Wobei er eine Renaissance des Regionalen und des Lokalen voraussagte.

Die neuen Aufgaben der örtlichen Heimatpflege seien zunächst die alten. Aber es gelte, die Chancen der neuen Bürgergesellschaft zu nutzen. Sein Fazit: „Die hiesige regionale Zukunft beginnt nicht irgendwo, sondern in unserem Haus, mit unseren Nachbarn und in unserem Ort.“

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