Verwaltung hat 5232 Waffen im Blick

Lebenstedt  Bund und Länder haben sich nach den Amokläufen an Schulen darauf verständigt, das zentrale Waffenregister am 1. Januar 2013 in Betrieb zu nehmen.

Ordnungsamts-Chef Achim Zöfelt zeigt einige der beschlagnahmten Waffen, die die Stadt in Sicherheitsverwahrung nehmen musste.

Foto: Jörg Kleinert

Ordnungsamts-Chef Achim Zöfelt zeigt einige der beschlagnahmten Waffen, die die Stadt in Sicherheitsverwahrung nehmen musste. Foto: Jörg Kleinert

Die Stadt Salzgitter, die eine von bundesweit über 550 Waffenbehörden ist, zog in den vergangenen Tagen nach. In einem technisch komplizierten Verfahren übertrugen Achim Zöfelt, Leiter des Fachdienstes Bürgerservice und Ordnung und sein mehrköpfiges Mitarbeiterteam Daten aller in Salzgitter registrierten Besitzer von derzeit 5232 legalen Waffen und Waffenteilen auf den Zentralrechner des Bundesverwaltungsamtes in Köln.

Hintergrund: Bisher wurden in Deutschland die Daten über lokale Waffenbehörden gesammelt, die nicht miteinander vernetzt waren. Das ändert sich deutlich am 1. Januar 2013.

Dann können zum Beispiel Polizei und andere Sicherheitsbehörden auf einen gesammelten Datenpool zugreifen. „Man kann dann durch Knopfdruck den Lebenszyklus einer Waffe lückenlos abfragen“, sagt Zöfelt. Und auch über dessen Besitzer lassen sich dann Informationen abfragen.

Welches Bedürfnis für den Waffenbesitz hat er? Gilt er als zuverlässig? Konkret: Wurde er schon auffällig durch Trunkenheit im Straßenverkehr oder durch Körperverletzung? „Nur wer seine Tauglichkeit nachweisen kann, erhält von uns eine waffenrechtliche Erlaubnis. Alle anderen schicken wir durch die nächste Tür wieder nach Hause“, sagt Salzgitters Ordnungsamts-Chef.

Die sogenannte Befüllung – also die Übertragung der Daten – für das nationale Waffenregister, dauerte laut Zöfelt nur vier Stunden, die Vorarbeit begann indes bereits im vergangenen Sommer.

„Wir hatten alle 1324 legalen Waffenbesitzer angeschrieben und sie gebeten, unsere vorhandenen Daten abzugleichen. 80 Prozent der Briefe kamen mit hilfreichen Informationen zurück“, erzählt Zöfelt. „Ein Bodensatz schwieriger Fälle blieb aber übrig.“ Bei diesen Besitzern hätten Mitarbeiter der städtischen Waffenbehörde irgendwann vor der Haustür gestanden. „Wir haben schließlich alle Säumigen selber überprüft“, sagt Zöfelt.

Mit dem computergestützten Zentralregister soll auch die Frage beantwortet werden, wie viele Waffen in Deutschland legal im Umlauf sind. Bislang gab es darüber keine verlässlichen Angaben.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nannte vor wenigen Tagen bei der Vorstellung des zentralen Waffenregisters eine Schätzung von sechs Millionen. Hinzu kommen illegale Waffen.

Eine Dunkelziffer nicht-registrierter Waffen bleibt auch in Salzgitter, weiß Zöfelt. „Aber über die Anzahl spekulieren will ich lieber nicht“, sagt der Leiter des Fachdienstes Ordnung.

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