„Alles hat seine Zeit ...“

Salzgitter-Bad  Werke der Künstler Uwe Funke und Erwin Weber zeigt im Moment eine Ausstellung im Tillyhaus Salzgitter-Bad unter dem Titel „Alles hat seine Zeit...“.

Besucher der Ausstellung den Acryl-Bildern „Durchblick“ und „Gesehen und gesehen werden“, dazwischen die Skulptur Funkes „Monk“.

Foto: Becker

Besucher der Ausstellung den Acryl-Bildern „Durchblick“ und „Gesehen und gesehen werden“, dazwischen die Skulptur Funkes „Monk“. Foto: Becker

Rolf Großjohann, Vorsitzender des „Spektrums“, führte in die Ausstellung ein und verwies, wie auch sein Vorredner Salzgitters Bürgermeister und MdL Stefan Klein, dabei gleich zu Beginn auf Salomon Kap. 3, Vers. 14: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Und die Bilder, Fotografien und Skulpturen zeigen zeitgeschichtliche Ereignisse, die, jedes zu seiner Zeit, nacheinander stattfanden. Und damit verbunden ist auch eine Vergänglichkeit, die die beiden Künstler durch ihre Werke versucht haben festzuhalten.

Erwin Funke widmet sich zeitgeschichtlichen und politischen Strukturen, die er mit verfremdeter realistischer Fotokunst und formschönen, strengen Skulpturen einfängt. So heißen seine Arbeiten unter anderem „Glasnost“, eine Skulptur, die durch Schichtung farbiger Blöcke den „Kalten Krieg“ symbolisiert und die Machtverhältnisse anschaulich darstellt. Oder die Fotocollage „Big Brother is watching you“, die versucht dem allgegenwärtigen Überwachungsapparat, dem wir machtlos ausgeliefert sind, Strukturen zu verleihen. Sehr eindrucksvoll auch die beiden Fotoarbeiten „Gate“ und „9/11“, die sich mit dem 67. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung und dem Anschlag auf das World-Trade-Center in New York auseinandersetzen.

Eine ganz andere Bildsprache wendet Erwin Weber an, der sowohl abstrakt, als auch realistisch naiv das Thema umzusetzen versucht. Die klare Formensprache seiner beiden farbenfrohen Acrylbilder „Durchblick“ und „Gesehen und gesehen werden“ spielen mit der Irritation von Augen, die den Betrachter aus verschlungenen Formen, unter anderen Blättern, anschauen.

Ganz anders die Landschaftskompositionen von Weber, die beeinflusst sind von Reisen auf die Kanarischen Inseln Teneriffa und Lanzarote. Regenwald und Vulkanlandschaften sind bei ihm meditative Zeitstillstände. Motive, die jedes zu ihrer Zeit entstanden. So auch in dem Acryl-Bild „Ende und Anfang“, in dem abgestorbene Bäume einem Schmetterling gegenüberstehen und Vergänglichkeit verdeutlichen.

Und so unterschiedlich beide Künstler auch arbeiten, harmonieren zwei Arbeiten von Ihnen kongenial. Die Skulptur „Zebou, der Krieger“ von Funke und die Airbrush-Arbeit „Brücken“ von Weber. Formale Strenge und die triste Farbigkeit verbinden diese beiden Kunstwerke. Eine Ausstellung, die es sich lohnt, in der kalten und dunklen Herbstzeit einmal anzuschauen.

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