Wenn Presswehen und Dammrisse zu Themen beim Essen werden

Salzgitter-Bad  Mit seinem skurrilen Bühnenprogramm „Mann mit Eiern“ brillierte der Zauberer, Comedian und Kabarettist Ken Bardowicks in der Kniestedter Kirche

Von wegen, ein Besenstil gibt keine Widerworte. Comedian Ken Bardowicks im Zwiegespräch mit einer imaginären Frau.

Foto: Anne König

Von wegen, ein Besenstil gibt keine Widerworte. Comedian Ken Bardowicks im Zwiegespräch mit einer imaginären Frau. Foto: Anne König

Die Frage: „Wie geht es einem Zauberer, dessen Freundin Hebamme ist?“, ist der rote Faden des Abends in Salzgitter-Bad. Während seine Freundin mit den wirklich wichtigen Sachen des Lebens beschäftigt sei, schaffe er Illusionen, erklärt Bardowicks verschmitzt und zaubert Eier aus dem Zaubertuch, beherrscht verblüffende Kartentricks und kann scheinbar gar Gedanken lesen. Dabei plaudert er unverblümt über sein Leben zwischen Bühne und Schwangerschaftsgeschichten.

Trotz aller magischen Fähigkeiten kann er es nicht verhindern, dass seine Freundin beim Essen über Presswehen und Dammrisse redet, während des Kinobesuchs angepiept wird und die Örtlichkeit wegen einer anstehenden Geburt vorzeitig verlassen muss. Das alles bringe ihn immer wieder ins reale Leben zurück, so Ken Bardowicks.

Aus dem Spagat zwischen Bühne und häuslichen Erlebnissen hat Ken Bardowicks ein umwerfend komisches Programm gestrickt. Er liebt Wortspielereien, vermischt Reales mit Erfundenem, Virtuosität mit Witz, Komik mit Zauberei zu einer eigenwilligen Komposition, philosophiert über Faulheit und Muße und entpuppt sich als begnadeter Pantomime. Das wird besonders deutlich, wenn er mit seinem „Assistenten“, einem Stofftier namens „7353“, Hip-Hop tanzt oder einen Roboterzauberer mimt.

Darüber hinaus lässt Bardowicks einen Ring und ein Handy von Zuschauern verschwinden, die natürlich aber wieder später an verschiedenen Orten auftauchen. Aber bis dahin müssen die Besitzer zittern, denn es scheint am Anfang so, als seien die Gegenstände einfach „weggezaubert“. Bardowicks spielt gekonnt mit dem Publikum und versetzt es in Spannung. Für diese temporeiche Darbietung gab es am Ende langanhaltenden Applaus.

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