Metaller würdigten drei ihrer Ikonen

Lebenstedt  Das 19. Salzgitter-Forum stand unter dem Motto „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit – Für Demokratie in Wirtschaft und Gesellschaft“.

Die Verdienste der 80-Jährigen Walter Gruber, Norbert Ließ und Gerd Graw wurden während des 19. Salzgitter-Forums benannt.

Foto: Bernward Comes

Die Verdienste der 80-Jährigen Walter Gruber, Norbert Ließ und Gerd Graw wurden während des 19. Salzgitter-Forums benannt. Foto: Bernward Comes

Anlass für das Salzgitter-Forum, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine, Wolfgang Räschke, sei es, einen offenen Dialog zu einem aktuellen Thema zu führen. Rund 150 Zuhörer hatten sich dazu gestern im Gewerkschaftshaus eingefunden – auch Hans Modrow, letzter DDR-Ministerpräsident. „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit – Für Demokratie in Wirtschaft und Gesellschaft“ war das Motto des Forums, das drei Gewerkschaftler, die 80 Jahre alt geworden sind, und ihre Arbeit würdigt. Räschke stellte das Wirken von Walter Gruber, Gerhard Graw und Norbert Ließ kurz vor.

Letzterer habe sich gewerkschaftlich-politisch stark hervorgetan, „er war bei allen Kämpfen und Auseinandersetzungen dabei“, sagte Räschke. Viele Betriebszeitungen gäbe es nicht ohne Graw, betonte Räschke, Graw habe sich zudem ebenfalls stark in der Gewerkschaft engagiert. Grubers Name schließlich sei mit der KZ-Gedenkstätte Drütte verbunden, so Räschke. Zudem habe er vor dem Europaparlament zur Gedenkstätte informiert.

Walter Kubitza, Gründungsmitglied und ehemaliger 1. Bevollmächtigter der IG Metall, erläuterte anschließend, dass sich das „Bündnis gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ aus Metallern 1991 in Folge ausländerfeindlicher Übergriffe gegründet und sich unter anderem Schutz und Hilfe für Migranten auf die Fahnen geschrieben habe. Kubitza schilderte die dort praktizierten Formen des Widerstands gegen Rechts, etwa Plakataktionen, Demonstrationen und Lichterketten.

Abschließend trat das ehemalige geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Horst Schmitt henner, vors Mikrofon. Sein Thema: „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit – Zur Notwendigkeit von Bündnisarbeit“. Schmitthenner beschrieb „die Rechtsentwicklung in Europa“, wo rechte Parteien immer mehr Wählerstimmen erlangen. „Auch in Deutschland gibt es ein verstärktes rechtsnationales Bewusstsein“, warnte er.

Schmitthenner nannte drei Faktoren, die Rechtsextremen Vorschub leisteten: Die Spaltung in der Gesellschaft, bei der Bildungsferne und Benachteiligte immer mehr an den Rand gedrängt werden. Dann die Repräsentationskrise der Politik – damit meint er, dass sich immer weniger Bürger von der Politik vertreten fühlen. Und schließlich das Handeln der Rechtspopulisten, die Verunsicherung und soziale Ängste aufgriffen und sich zum Fürsprecher der kleinen Leute machten. Hier müsste man entgegen wirken und politische Maßnahmen erzwingen, sagte Schmitthenner. Er kritisierte, dass Bürger, die sich gegen Neonazis stellen, immer noch zu wenig Hilfe erhielten. „Vor allem darf man den Rechten nicht den öffentlichen Raum überlassen“, forderte er.

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