Eric Sardinas rockte erneut die Kulturscheune

Lebenstedt  Der Musiker und seine zwei Band-Kollegen zündeten ein wahres Blues-Rock-Feuerwerk und lieferten nebenbei den Beweis, dass Bass mehr ist als Rhythmus.

Eric Sardinas (links), der neue Drummer Bryan Keeling und sein Bassist Levell Price ließen es in der Kulturscheune so richtig krachen.

Foto: Kräwer

Eric Sardinas (links), der neue Drummer Bryan Keeling und sein Bassist Levell Price ließen es in der Kulturscheune so richtig krachen. Foto: Kräwer

Wer das Konzert von Eric Sardinas und Big Motors im vergangenen Jahr mochte, musste das vom Donnerstag lieben. Zum zweiten Mal gastierte der Ausnahmegitarrist in der Lebenstedter Kulturscheune und schaffte es locker, den Wahnsinn vom letzten Jahr noch zu toppen.

Für Musiker wie Sardinas müssen Superlative eigentlich neu erfunden werden. Die, die es gibt scheinen seinem außergewöhnlichen Talent und seinen ganz eigen Stil kaum gerecht zu werden. Er beherrscht den Blues in all seinen Spielarten und Facetten, und das ebenso gut ungeheuer laut und energiegeladen, wie akustisch mit leisen Tönen.

So hatte er zum Beispiel für einen Song seine beiden Musikerkollegen Levell Price und Bryan Keeling, den neuen Big Motors-Drummer, zur Pause geschickt und verzichtete sogar weitgehend auf ein Mikro. Nur Sardinas, seine Resonator-Gitarre und der Blues. Er überließ aber auch Mal seinen beiden Kollegen die Bühne. So konnten Price und Keeling zeigen, was auch sie können. Vor allem der Bassist konnte mit seinen fünf Saiten einiges vorweisen. Der Mann tritt den Beweis an, dass ein Bass viel mehr ist, als nur Teil der Rhythmus-Sektion. Und auch der neue Drummer steht den Qualitäten seines Vorgängers Chris Fraizures an den Sticks in nichts nach.

Am besten sind Big Motors aber natürlich als musikgewaltiger Dreierpack. Von den ersten Klängen an machten sie klar, dass es wieder eine grandiose Blues-Rock-Party geben würde, die die zahlreichen Fans in der Kulturscheune mehr als zufriedenstellte. Sardinas kommunizierte mit seinem Publikum, animierte immer wieder zum Mitsingen. Denn still stehen – oder auch still sitzen – konnte so wie so keiner. Unterbrochen wurde das perfekte Zusammenspiel des Trios durch die vielen Soli Sardinas, die er auf jedem Konzert bis zum Exzess zelebriert. Sie sind ebenso legendär wie vom Publikum erwartet und wurden auch in der Kulturscheune mit frenetischem Jubel quittiert.

Ein neues Album hatte Sardinas nicht dabei, aber was soll’s. Richtig gute Songs kann man problemlos immer wieder hören, vor allem wenn sie dann auch noch fabelhaft gespielt werden. Dennoch dürfte die Fangemeinde nach dem großartigen Album „Sticks & Stones“ hungrig auf weitere Sardinas-Leckerbissen sein.

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