Mit dem falschen Profil kann es teuer werden

Salzgitter  Der Winter naht. Wer seine Reifen noch nicht umgesteckt hat, sollte dies nachholen. Denn mit den falschen Schlappen kann es teuer werden.

Höchste Eisenbahn für den Reifenwechsel: Die ersten Nachtfröste hat es bereits gegeben.

Foto: Bernward Comes

Höchste Eisenbahn für den Reifenwechsel: Die ersten Nachtfröste hat es bereits gegeben. Foto: Bernward Comes

In Deutschland gilt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Autofahrer mit M+S-Reifen ausgestattet sein. Auch wenn in Salzgitter und dem Umland von Winter noch nichts zu sehen ist, ist es höchste Zeit für den Wechsel.

Wer bei Glatteis oder Schnee mit Sommerpuschen erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro rechnen. Wer zudem mit der falschen Bereifung den Verkehr behindert, zahlt schon 80 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg. Verursacht ein Kraftfahrer wegen der Sommerreifen im Winter einen Unfall, kann die Kaskoversicherung sich sogar teilweise oder ganz weigern, den eigenen Schaden zu regulieren. Einen Stichtag hat der Gesetzgeber nicht festgelegt.

Der Obermeister der Kfz-Innung Salzgitter, Gerhard Kunze, sagt dazu: „Es gibt dafür die Faustregel von O bis O.“ Das heißt, dass man zwischen Oktober und Ostern am sichersten mit der Winterbereifung unterwegs ist. „Die meisten Autofahrer haben ihre Wagen schon auf Winter umgerüstet“, weiß der Obermeister. Die Werkstätten hatten damit in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun. „Wer das noch nicht erledigt hat, sollte sich nun sputen“, rät Kunze. Das gelte ganz besonders für jene, die neue Winterreifen benötigen. „Es wird nur ein gewisses Kontingent produziert. Wenn das verkauft ist, wird es schwierig.“ Die Preise für Reifen, so Kunze, seien übrigens stabil.

Auch die Polizei weist Autofahrer auf ihre Verpflichtung hin. „Sobald es glatt wird, muss eine geeignete Bereifung auf dem Auto sein“, erklärt Bernd Bunzel, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Salzgitter. Gezielt kontrolliert würden die Autofahrer derzeit nicht, die Polizei rate aber auch dazu, von Oktober bis Ostern mit den M+S-Reifen zu fahren. Bei Unfällen gucke die Polizei natürlich auch nach den Reifen. „Bei Verstößen werden Bußgelder erhoben“, so Bunzel. Statistisch erfasst werde aber nicht, wie viele Unfälle auf die falsche Bereifung oder abgefahrene Reifen zurückzuführen sind.

Der ADAC weist darauf hin, dass vor dem Reifenwechsel das Profil geprüft werden sollte. Das Gesetz schreibt eine Mindestprofilstärke von 1,6 Millimetern vor. Der Automobilclub vertritt die Auffassung, dass neue Reifen ab einer Profiltiefe von vier Millimetern angezeigt sind und untermauert dies mit einigen Untersuchungen. Danach verlängert sich der Bremsweg bei vier Millimetern auf Schnee bei Tempo 30 um 3,2 Meter. Die Zugkraft auf Schnee reduziere sich um ganze 50 Prozent.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (18)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort