Schacht Konrad – heute vor 30 Jahren brannte die Luft

Beddingen  Vor 30 Jahren geriet eine Demonstration gegen die geplante Deponie für radioaktiven Abfall im Schacht Konrad außer Kontrolle. Die SZ blickt zurück.

Rauch steigt am 30. Oktober 1982 in den Himmel am Schacht Konrad auf.

Foto: Salzgitter-Zeitung

Rauch steigt am 30. Oktober 1982 in den Himmel am Schacht Konrad auf. Foto: Salzgitter-Zeitung

„Mit Steinen, Knüppeln und Molotow-Cocktails ausgerüstete Demonstranten, die zum größten Teil vermummt waren, versuchten die Umzäunung des Schachtgeländes zu stürmen“, beschrieb das Hamburger Abendblatt damals Geschehnisse am Schacht Konrad. Adalbert Wiegmann war damals als Redakteur für den NDR tätig. Der Engelnstedter erinnert sich: „Ich erlebte eine der gewalttätigsten und massivsten ’Demonstrations-Schlachten‘ meiner Berufslaufbahn.“

In den meisten Medien ist die Rede von rund 10 000 Demonstranten. In der Salzgitter-Zeitung vom 1. November („Um 13.47 Uhr flog der erste Stein“ und „Nach Demonstration: Sturm auf Konrad“) spricht man von 6000, darunter „mehrere hundert militante Kernkraftgegner“. Die Militanten seien „aus dem gesamten Bundesgebiet nach Salzgitter gereist, aus Berlin, Hamburg, Göttingen“, erinnert sich Wiegmann.

Die Polizei wird am Ende der Ausschreitungen, Berichten unserer Zeitung zur Folge, 25 meist jugendliche Demonstranten festgenommen haben. Laut Hamburger Abendblatt beklagte die Gewerkschaft der Polizei 25 verletzte Polizisten.

Die Salzgitter-Zeitung erinnert Dienstag, 30. Oktober, auf einer Doppelseite an die Ausschreitungen vor genau 30 Jahren.

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