„Glücklicherweise kam noch niemand zu Schaden“

Gustedt  Das direkte Nachbarhaus des Kindergartens an der Gebhardshagener Straße ist ein ständiger Gefahrenherd für Kinder, Eltern und Erzieherinnen.

Der Grund: Dachziegel sind lose, die Teerwand in Ziegeloptik hängt in großen Streifen von dem völlig verwahrlosten Haus in Gustedt. Hohes Unkraut wächst im Hauseingang. „Wir sind dankbar, dass noch niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt Pastor Jürgen Grote auf Anfrage unserer Zeitung. Das Problem sei, dass die Besitzerin des Gebäudes sich nicht um dessen Zustand kümmere.

Bei dem Ortstermin vor wenigen Tagen in Gustedt, zu dem unsere Zeitung als Beobachter nicht zugelassen war, hat der Leiter des Amtes für Planen und Bauen vom Landkreis Wolfenbüttel, Sven Volkers, das besagte Gebäude besichtigt. „Die Schäden an der Westfassade, an der Nordseite des Daches und dem Schornsteinkopf stellen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Das Haus ist unbewohnt, die Besitzerin namentlich bekannt, ihr Wohnsitz konnte jedoch bisher über die Meldebehörden nicht ermittelt werden“, antworte Verwaltungspressesprecherin Beate Klein auf unsere Anfrage. Die bereits abgesperrten Bereiche sollen eventuell noch erweitert werden, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Durch örtliche Kontakte soll versucht werden, die Anschrift der Eigentümerin ausfindig zu machen. Als zuständige Ordnungsbehörde will der Landkreis Wolfenbüttel die Eigentümerin anschließend über die festgestellten Mängel informieren und auffordern, die Reparaturen auszuführen.

„Kann die Eigentümerin nicht ermittelt werden, erfolgt eine öffentliche Zustellung. Sollte die Eigentümerin dieser Anordnung nicht nachkommen, wird der Landkreis eine Dachdeckerfirma mit den Arbeiten beauftragen und der Hauseigentümerin die Kosten für die Reparaturen in Rechnung stellen“, sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Range. Gerade weil jeden Tag bis zu 50 Mädchen und Jungen direkt an dem Gebäude vorbei zur Kita müssen, sei besondere Eile geboten.

Gustedts Gemeindebürgermeisterin Christiane Lüer vermutet keinen Vorsatz im Falle der fehlenden Dachpfannen. Sie sagt: „Die fehlen seit einem Herbststurm 2011, der auch einige Ziegel vom Dach unseres Hofes geweht hat.“ Lüer geht davon aus, dass Landkreis und Samtgemeinde bereits in den nächsten Tagen Kontakt zur Besitzerin bekommen.

Dennoch geht die Bürgermeisterin davon aus, dass die Reparaturen an dem Haus nicht vor Weihnachten mehr vorgenommen werden. Sie rechnet damit, dass es Netz vor die Fassade gespannt wird und auch der marode Schornstein des Hauses abgetragen werden muss.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (1)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort