Schulpräsentation der Stadt verärgerte SPD-Fraktion

Salzgitter  Gleich zwei Mal sorgte die Elternbefragung zur möglichen Errichtung einer zweiten Gesamtschule (IGS) in Salzgitter für Raunen im Ratssaal.

Vize-Schulleiterin Britta Kulms erläutert das Konzept der IGS Amselstieg.

Foto: Holger Neddermeier

Vize-Schulleiterin Britta Kulms erläutert das Konzept der IGS Amselstieg. Foto: Holger Neddermeier

Eingangs der Sitzung hatte Oberbürgermeister Frank Klingebiel das Thema von sich aus bei der Einbringung des Haushaltes 2013 angesprochen (SZ berichtete). 90 Minuten später musste er dazu auf Drängen der verärgerten SPD-Fraktion erneut Stellung beziehen.

Grund: Die Sozialdemokraten monierten, dass zu den sieben Informationsveranstaltungen in den Ortschaften als Redner speziell Leiter von Schulformen außer der IGS eingeladen waren. Zudem habe keine Veranstaltung in den Grundschulen stattgefunden, wo die Stadt betroffene Eltern gezielt hätte ansprechen können. Die Fraktion hatte den Eindruck, dass die Verwaltungsspitze „bewusst die Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium mit dieser Vorgehensweise stärken und damit das Befragungsergebnis zu Lasten der Errichtung einer zweiten IGS beeinflussen“ wollte.

Klingebiel widersprach energisch. 3600 schriftliche Einladungen zu den Infoveranstaltungen seien gemäß politischem Wunsch in vier Sprachen (deutsch, türkisch, russisch und polnisch) an Grundschuleltern verschickt worden „Wir wollten möglichst alle erreichen“, betonte der OB. Vor Ort hätten Schulleiter lediglich bei spezifischen Fragen Stellung genommen. Dies sei vorab Eltern, Schulen und dem Ausschuss für Bildung und Kultur genau so mitgeteilt worden.

Klingebiel stellte zudem klar: Die Referenten habe die Landesschulbehörde benannt. Bei fünf Infoveranstaltungen hätten Vertreter der IGS in Lebenstedt ihre Schulform vorgestellt. Da nicht zu erwarten war, so Klingebiel, dass aus großen Stadtteilen wie Lebenstedt, Bad und Thiede „verhältnismäßig wenig interessierte“ Eltern kommen würden, erschienen Grundschulräume zu klein.

Einseitige Absicht wies der OB zurück: „In unserer Stadt ist jede Schulform gern gesehen, da sie das Angebot einer Lernstadt erweitert“.

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