Unbekannter verbrennt Katze in Lesse

Finder: "Ich hab’ geweint, als ich das gesehen habe" – Besitzerin setzt Belohnung von 300 Euro aus

LESSE. Klaus Schulze (48) geht mit seinem Golden Retriever Paula immer dieselbe Strecke in der Sange. Was er an diesem Nachmittag, am 5. März, sieht, lässt ihm den Atem stocken: Im Schnee liegt eine Katze – verbrannt.

Er erkennt sie am Bauchfell: Es ist Susi, die Katze, die ihnen vor zwei Jahren zugelaufen ist, halb verhungert und heruntergekommen war sie damals. "Ich hab’ geweint, als ich das gesehen habe", sagt er mit belegter Stimme. Einen richtigen Hass auf die Menschen habe er bekommen.

Am Abend vorher hatten sie das Tier noch gefüttert, erinnert sich seine Frau, Christel Bress-Schulze. Die beiden leben zusammen mit mehreren Dutzend Katzen am Ortsrand von Lesse. Rund 400 Meter von ihrem Anwesen entfernt, hat Klaus Schulze das Tier gefunden.

Äußerliche Verletzungen waren nicht zu erkennen, Christel Bress-Schulze schließt nicht aus, dass das Tier noch lebte, als es verbrannt wurde.

Susi sei sehr schmusig gewesen, sagt die Frau. Ob sie sich von Fremden hat anfassen lassen, könne sie nicht sagen. Das Tier durfte frei herumlaufen. "Die wäre sonst die Wände hochgegangen", begründet die Besitzerin, warum die Katze nicht wie die anderen in einem abgeschlossenen Teil des Gartens gehalten wurde.

Christel Bress-Schulze hat keine Erklärung für das Geschehen: "Ich weiß nicht, ob das direkt gegen uns gerichtet ist. Es gibt genügend Katzenhasser auf dieser Welt", sagt die Tierhalterin.

Die Frau hat jetzt Anzeige erstattet, wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Aus Angst vor Nachahmern wollte sie sich erst nicht an die Öffentlichkeit wenden. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert. Sie will unbedingt, dass der Täter gefunden wird, setzt dafür auch eine Belohnung von 300 Euro aus. "Die sollen nicht glauben, dass es niemand interessiert, wenn so was passiert", sagt die Katzenliebhaberin energisch.

Sie hat die Fotos mit dem verbrannten Tier Walter Fichtner, dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, gezeigt. Sie betreut in ihrem Haus auch alte und kranke Katzen aus dem Tierheim. Fichtner äußert sich gegenüber der SZ entsetzt über den Vorfall: "Dass jemand ein Tier bestialisch verbrennt, das ist noch nie da gewesen", sagt Fichtner.

Natürlich könne nicht jeder Katzen leiden, sagt er, aber von solchen Quälereien habe er in Salzgitter bislang noch nicht gehört.

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