Vom Flamenco bis zum Reggae

11. Festival der Klesmer und Weltmusiker in der Salzstadt – Nur wenig jiddische Klezmermusik

SALZGITTER-BAD. Das Festival der Klesmer und Weltmusiker lockte am Wochenende Hunderte auf den Klesmerplatz in der Salzstadt, die so erneut zum Schaufenster der Region wurde.

Es war zwar das 11. Festival, das einst von Giora Feidmann als Erinnerung an die sölterschen Klesmer angeregt wurde, und doch war diesmal alles ganz anders.

Antje Fischer vom Fachdienst Kultur der Stadt hatte alles organisiert, die Verträge mit den Gruppen abgeschlossen, hinter den Kulissen die Fäden gezogen und auch moderiert. Sie hielt es diesmal mit Shakespeare‘s Komödie "Wie es euch gefällt" und entschied sich mutig für musikalische Vielfalt.

Da gab es russische Folklore, Flamenco-Musik, Irish-Folk, A-capella-Gesang und Reggae. Die jiddische Klezmermusik war in den Hintergrund getreten. Nur das Kölner Klesmertrio A Tickle in the Heart, verstärkt durch Sängerin Andrea Pancur von der bekannten jiddischen Formation Massel-Tov, stand für diese Stilrichtung. Bernd Spehl zauberte mit seiner Klarinette die gewohnte Klezmer-Atmosphäre.

Die musikalische Brücke zwischen Klesmer- und Weltmusik schlug die russische Formation Exprompt. Die vier Akteure ließen auf ihren traditionellen Instrumenten osteuropäische Musik erklingen. Sie präsentierten aber nicht nur Musik aus ihrer Heimat, sondern auch Bearbeitungen und Swing.

Heiße Flamencomusik aus der Camargue in Südfrankreich hatten die Allstars of Gipsy mitgebracht. Auf der Sologitarre brillierte Mario Régis, der auch Gitarrist bei den bekannten Gipsy Kings ist. Die rauchige Stimme von Bandgründer Felipe Sauvageon passte hervorragend zum Sound der Zigeunermusik. Den Freitagabend beschloss die Irish-Folk-Band Beoga. Deren lebendige, innovative Musik reizte besonders die Kinder vor der Bühne zum Mitwippen und Tanzen.

Einen Kontrast dazu bildete am nächsten Tag der A-capella-Gesang des Frauenquartetts Aquabella. Sie sangen in vielen verschiedenen Sprachen Musik aus aller Welt.

Furioser Abschluss: der Auftritt der exotischen Reggae-Gruppe Balla Kanté. Die Band machte Dampf und forderte ihre Zuhörer zum Aufstehen auf. Die Stühle wurden kurzerhand aufgestapelt. Manche gingen vorzeitig, aber viele blieben und ließen sich mitreißen.

Kurzweilig auch das Pausenprogramm mit den zauberhaften Figuren von Pantao und Gesang der Klangkuriere. Ein Magnet war Eis-Ali, bei dem es Eis umsonst und dazu Jonglageshows gab. Innenteil

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