Erst abfahren, dann abfeiern im Skiurlaub

Sölden  Viele Ski-Urlauber zieht es nicht nur auf die Pisten, sondern auch auf die Partymeilen. Hier einige Tipps:

Hoch die Tassen – viele Skiurlauber stehen nicht nur auf rasante Abfahrten, sondern auch auf rauschende Aprés-Ski-Partys.

Foto: dpa

Hoch die Tassen – viele Skiurlauber stehen nicht nur auf rasante Abfahrten, sondern auch auf rauschende Aprés-Ski-Partys. Foto: dpa

Was wäre ein Skiurlaub ohne Hüttengaudi? Vermutlich nicht mal halb so lustig. Für viele Pistenflitzer gehört der Einkehrschwung nach dem sportlichen Höhenflug einfach dazu.

Und spätestens, wenn rotwangige Schneehaserl und balzende Pistenhirsche noch in Skischuhen in der Hütte zu tanzen beginnen, schwirren die Hormone und die Lust aufs heiße Flirten steigt.

Hier sind sieben zuverlässige Reisetipps für feierlustige Wintersportler.

Sölden –

Lumumba im Schnee

Discomusik tönt aus riesigen Lautsprechern über die kleine Skiwiese. Vor Philipp’s Schneebar schenkt Kellnerin Daniela in Moonboots Lumumba aus, eine in jeder Hinsicht heiße Mischung aus Kakao und Rum. Ganz klar, das ist Sölden. Hier steppt der Bär, hier bebt der Berg, hier bleibt keiner lang allein. Am Schirm vor dem Hotel „Liebe Sonne“ sowie im Fire & Ice gegenüber geht man bereits kurz nach Mittag auf Tuchfühlung. Und spätestens ab 17 Uhr wird der ganze Ort dann sowieso zum Laufsteg. Wie viele Gäste nur zum Après Ski kommen und überhaupt nicht Ski fahren, bleibt das Geheimnis der Gastgeber.

Saalbach –

Herzerltanz und Goaßstall

Bei der Dichte der Skihütten und Schirmbars wird Sölden nur noch von Saalbach übertroffen, der Speerspitze der guten Laune im Salzburger Land. Pünktlich ab 16 Uhr heizt Discjockey Mick in der legendären Hinterhagalm zum Herzerltanz in Skischuhen ein. Später zieht das Volk weiter zu Bauer’s Schi-Alm und nimmt beim Abstieg in den Ort gern noch die Abkürzung durch den Turm. So heißt ein wirklich uriges altes Gemäuer, in dem auch lange nach Liftschluss noch gefeiert wird. Der Nachbarort Hinterglemm hält mit dem berühmt-berüchtigten Goaßstall dagegen, aus dem man tatsächlich durch ein Fenster in den Ziegenstall blickt.

Kitzbühel –

Erst Casino, dann Champagner

Wer sich für den Saalbacher Rave on Snow dann doch bereits zu alt fühlt, der kommt sicher in Kitzbühel auf seine Kosten. Im Stamperl lässt auch Franz Beckenbauer den Tag ausklingen; und will man es noch klassischer haben, so geht am Tanzabend im Café Praxmair kein Weg vorbei. Ist noch Kleingeld übrig? Gut, jetzt kann es im Spielcasino verjubelt werden. Aber bloß ja nicht alles ausgeben: Schließlich will man die Verluste mit einem prickelnden Glas Champagner begießen – zum Beispiel in den klassischen Locations wie Tenne oder Jimmy’s.

St. Anton –

Diesel gibt Vollgas

Der Arlberg ist Kult. Das gilt für die Tiefschneefraktion genauso wie für Après-Ski-Freunde. Letztere stehen auf Diesel – nein, nicht auf den Kraftstoff, sondern auf Didi Diesel. Auch nach mehr als zehn Jahren bringt Österreichs bekanntester Après Ski-Entertainer die Sennhütte an der Galzig-Talabfahrt noch viermal pro Woche zum Beben: eine One-Man-Show, die man nicht verpassen darf.

Beim Mooserwirt gegenüber beginnt die Party schon auf der Terrasse. Und wer nicht zeitig kommt, der steht auch hier nur am Rande, während drinnen das Volk in Skistiefeln tanzt. Das Krazy Känguruh macht das magische Trio im St. Antoner Après-Ski-Zirkus komplett.

Schladming –

Monsterhütte für Weltmeister

Wie die Ski-WM 2013 laufen wird, das weiß man erst Mitte Februar. Dass die Schladminger aber feiern können, haben sie schon längst bewiesen. Nicht umsonst heißt die Fußgängerzone unter Eingeweihten nur Bermuda-Dreieck. Ihre Fixsterne sind Hanglbar, Siglu und Niederl’s Bar. Wenn in den kleineren Lokalen im Zentrum langsam die Lichter ausgehen, dann konzentriert sich alles in Europas größter Skihütte, dem riesigen Partydorado Hohenhaustenne im Planaistadion.

Dort rockt es vor allem an Renntagen gewaltig. Denn dann zeigen die Skiasse, dass sie auch in der Nacht noch Kraft haben.

Ischgl –

Zwischen Schatzi und Kuhstall

Ist das Paznauntal wirklich „Tirols stärkstes Stück“? Das muss jeder selbst entscheiden. Konditionsstark sollte man aber im selbst ernannten „Ibiza der Alpen“ schon sein.

Das gilt tagsüber für die Tiefschneehänge am Palinkopf genauso wie beim Einkehrschwung, der traditionell in der Paznauner Taya stattfindet, und später an der Talstation im Schatzi und Kitzloch. Denn dann geht der eigentliche Party-Marathon erst los.

Die drei Top-Adressen für rauschende Feiern heißen (in dieser Reihenfolge) Kuhstall, Trofana-Alm und Niki’s Stadl. Erst weit nach Mitternacht fallen die Unentwegten schließlich im Pacha ein – einer Disco, die tatsächlich aus Ibiza importiert ist.

Mayrhofen –

Single Malt im Nachtcafé

Im Tal, in dem die Schürzenjäger daheim sind, steht das Après-Ski dem Pistenvergnügen natürlich nicht nach. Rekordverdächtig ist im Zillertaler Hauptort Mayrhofen bereits die Dichte der Schirmbars, in denen man sich auf das Feiern im Tal einstimmt. Zu den Topadressen zählen Hiatamadl und Yeti-Bar an der Horberg-Talstation und die Ice-Bar an der Penkenbahn.

Für den Abend hat sich im historischen Ortskern von Mayrhofen eine dichte Bar- und Kneipenszene entwickelt. Die besten Single-Malt-Whiskys gibt’s im Nachtcafé Apropos, ein zünftiges Stout bekommt man im Scotland Yard Pub. Und exotischen Rhythmen kann man im Funky’s folgen, bevor es in die beiden Discos Schlüsselalm und Speak Easy Arena geht.

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