Harzer Hexenstieg bleibt gesperrt

Harz  Ein Teil des beliebten Hexenstiegs im Harz muss nach einem Steinschlag aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben.

Hinweisschild auf den Harzer Hexenstieg, der von Osterode quer durch den Harz bis Thale führt.

Foto: dpa

Hinweisschild auf den Harzer Hexenstieg, der von Osterode quer durch den Harz bis Thale führt. Foto: dpa

Das hat das Verwaltungsgericht Magdeburg am Freitag entschieden. Die Richter lehnten damit einen Antrag der Stadt Thale ab, die sich gegen die vom Landkreis Harz Ende Juli angeordnete weitere Sperrung gewandt hatte.

Thale hatte sich auf die negativen Auswirkungen auf den Tourismus berufen. Nach Auffassung der Richter wiegt der Schutz der Wanderer vor möglichem Steinschlag aber schwerer als das Interesse der Stadt Thale an der Wiedereröffnung des Weges, hieß es zur Begründung. Der Steinschlag geschah im Juni.

Zu dem Ergebnis, dass ein Stück des Hexenstiegs gesperrt bleiben muss, kommt ein vom Agrar- und Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten, das zuvor vorgestellt worden war. Es empfiehlt, einen etwa 700 Meter langen Abschnitt des Wanderweges von der Nordseite des Flusses Bode auf dessen Südseite zu verlegen. Die nach einem Steinschlag im Juni geschlossene Gaststätte „Königsruhe“ am Hexenstieg auf der Nordseite könnte laut Expertenrat mit einem Fangzaun gesichert und im Herbst wieder geöffnet werden.

„Die Kosten für die Sicherung der Gaststätte und der Ausbau der Südseite werden schätzungsweise im unteren sechsstelligen Bereich liegen“, sagte Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU). Wenn alles optimal laufe, könne der Weg auf der Südseite bis zum Winter so ausgebaut sein, dass er auch von Familien mit Kindern und Rollstuhlfahrern genutzt werden kann.

Die Sicherung des gesamten gefährdeten Nordabschnittes von der Gaststätte „Königsruhe“ bis zur Jugendherberge Thale ist nach Auffassung der Gutachter unverhältnismäßig. „Außerdem würde das Landschaftsbild in dem Naturschutzgebiet zerstört“, betonte Aeikens. Er will die Ergebnisse des Gutachtens am kommenden Dienstag im Kabinett vorstellen und dann mit Vertretern des Landkreises Harz und der Stadt Thale besprechen.

„Es ist sehr positiv, dass sich Umweltminister Aeikens nun persönlich der Sache angenommen hat“, sagte Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Er begrüße besonders, dass nun die rund 200 Jahre alte Traditionsgaststätte „Königsruhe“ erhalten werden soll.dpa

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