Wolfsburger muss mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen
Wolfsburg/Berlin Der aus Wolfsburg stammende Geiselnehmer von Berlin muss trotz des unblutigen Endes seines Banküberfalls mit einer hohen Haftstrafe rechnen.
„Auf erpresserischen Menschenraub stehen fünf bis 15 Jahre Haftstrafe“, sagte die Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth. Tätige Reue wie in diesem Fall das Freilassen der Geisel könne sich strafmildernd auswirken. Der 29-jährige Bankräuber sitzt seit Samstagabend in der Untersuchungshaftanstalt Moabit.
Als Motiv werden massive Geldsorgen vermutet. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft konnte dazu allerdings noch keine weiteren Angaben machen. Der Geiselnehmer habe bereits eine Vorstrafe, die er selbst angegeben habe, sagte Herbeth. Das sei aber ein kleineres Delikt gewesen und habe nichts mit Gewalt oder Erpressung zu tun.
Der in Wolfsburg lebende Mann hatte am Freitagnachmittag eine Filiale der Deutschen Bank in Berlin-Zehlendorf betreten und von einem Bankangestellten zunächst 100 000 Euro verlangt. Dabei drohte er mit einer Pistole und einer Bombe in seiner Sporttasche. Beides stellte sich später als harmlos heraus. Es war eine Spielzeugpistole, und in der Tasche befanden sich drei Kilogramm Mehl.
Als der 40 Jahre alte Angestellte nicht gleich reagierte, nahm ihn der Bankräuber als Geisel und verschanzte sich mit ihm in der Bank. Dann forderte er einen wesentlich höheren Geldbetrag und freies Geleit. Hunderte Polizisten und Spezialeinsatzkräfte umstellten die Bank, der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. Erst nach zehn Stunden gab der 29-Jährige auf. dpa



