Westhagener auf Protestbesuch in Berlin
Wolfsburg Die Westhagener kämpfen für die Aufwertung ihres Stadtteils und lassen nicht locker. Eine Delegation reiste nun sogar nach Berlin.
Ortsbürgermeisterin Ludmilla Neuwirth übergab am Montagvormittag eine Liste mit 1045 im Stadtteil gesammelten Unterschriften an den Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Berlinovo, Roland Stauber. Begleitet wurde sie von einer 15-köpfigen Delegation. Die Bürger wollen erreichen, dass der seit langem geplante Teilrückbau des maroden Hochhauszuges an der Dessauer Straße entgegen anderslautender Ankündigungen der Berlinovo im kommenden Jahr beginnt.
Aus Sicht des Stadtteilmanagers Marco Mehlin war der Ausflug in die Hauptstadt ein Erfolg. Die Wolfsburger seien gut empfangen und darüber informiert worden, dass die Berlinovo weiterhin Gespräche mit der Stadt Wolfsburg führe und noch eine Chance auf einen Umbau im kommenden Jahr bestehe. „Für die Gruppe war es wichtig zu erfahren, dass es noch einen Hoffnungsschimmer gibt“, sagte Mehlin. Würde der Komplex saniert, hätte das eine „wahnsinnige Bedeutung – städtebaulich und für das Gefühl in Westhagen“.
Der Pressesprecher der Berlinovo bestätigte am Nachmittag, dass das Unternehmen und die Stadt Wolfsburg gemeinsam nach Lösungen suchten. Auch aus unternehmerischer Sicht scheint der Rückbau sinnvoll. „Es bestehen gute Aussichten, die Wohnungen hinterher zu vermieten“, erklärt Stefan Siebner. Zurzeit stehen die Gebäude mit Ausnahme von zwei Wohnungen leer. Siebner betont allerdings, dass das Unternehmen nichts versprechen könne. „Es ist eine größere Maßnahme“, so der Pressesprecher. Die Fondsgesellschaft, in deren Eigentum sich der Häuserkomplex befindet, habe sich für das kommende Jahr „ein bisschen viel vorgenommen“.
Der weitere Zeitplan sieht so aus, dass die Verantwortlichen bei der Immobiliengesellschaft der Stadt Berlin sich im Februar noch einmal mit Wolfsburgs Erstem Stadtrat Werner Borcherding beraten wollen. Dabei geht es offenbar auch um weitere Fördermittel. Eine Lösung bedürfe der Zustimmung der politischen Gremien der Stadt Wolfsburg, sagte Siebner.

