Welt-Aids-Tag – Betroffene stoßen immer noch auf Ablehnung
Wolfsburg Am Freitag ist Weltaidstag. Zu diesem Anlass sprach WN-Redakteurin Maike Neupert mit Marion Bonas von der Aidshilfe Wolfsburg.
Unsere Arbeit stützt sich auf zwei Säulen. Zum einen beraten, betreuen und begleitet wir Betroffene und ihre Angehörigen, zum anderen leisten wir auch Präventionsarbeit und klären Schüler über die Krankheiten und Infektionswege auf. Unsere Arbeit hat sich geändert. Früher haben wir die Kranken nur kurz betreut, sie starben schnell. Heute können Infizierte lange leben.
Wir haben 30 Klienten, die wir regelmäßig sehen und etwa 15 Angehörige, die wir auch betreuen. Mit vielen, die die Diagnose gerade vom Gesundheitsamt bekommen haben, führen für ein Erstgespräch und sehen sie erst mal nicht wieder, so lange es ihnen gutgeht.
Viele unserer Klienten sind Migranten, die die Krankheit schon aus ihrem Heimatland mitgebracht haben, oder Dogenabhängige. Diese Gruppen brauchen vor allem Alltagshilfe. Ein Großteil von ihnen bekommt Hartz IV.
Wir bemühen uns dann zum Beispiel um Zuschüsse für gesunde Nahrung, die für HIV-Positive wichtig, aber kaum zu bezahlen ist. Es gibt auch Betroffene, die ganz normal arbeiten, die haben aber meiste weniger Probleme.
Die Medikamente haben Nebenwirkungen, die zum Beispiel das Nervensystem angreifen. Viele leiden auch an Depressionen. Schreitet die Krankheit weiter voran, kommen auch körperliche Schwierigkeiten dazu. Die Knochendichte nimmt ab, Organe sind geschädigt. Dazu kommt die gesellschaftliche Stigmatisierung.
Es herrscht noch immer Angst vor der Krankheit, vor allem aus Unwissenheit. Am Arbeitsplatz erzählt nur jede dritte Infizierte seinem Arbeitgeber von seiner Krankheit. Dabei dürfen HIV-Positive in allen Berufen arbeiten.
Sogar als Chirurg, wenn sie die Hygieneregeln einhalten. Allerdings treffen viele Betroffene immer noch auf Ablehnung. Es gibt zum Beispiel Ärzte, die sie in ihren Praxen nicht behandeln wollen.
Das ist für die ganze Familie ein zunächst sehr erschreckender Einschnitt. Wir versuchen, den Angehörigen die Angst zu nehmen. Mit den richtigen Hygieneregeln ist eine Erkrankung für die restliche Familie vollkommen ungefährlich.

