Weihnachtsmarkt – die Stimmung ist geteilt
Wolfsburg Zwei Wochen läuft der Weihnachtsmarkt in der Porschestraße. Die Meinungen sind geteilt, sowohl bei Kunden, als auch bei Händlern. Eine Zwischenbilanz.
Die Stimmung ist gespalten – vom Hugo-Bork-Platz in Richtung Rathaus sinkt sie. Unter dem Glasdach herrscht Zufriedenheit. Viele der Aussteller am Ende der Fußgängerzone, hin zum Rathausplatz, sind hingegen frustriert.
Johnny Traber verkauft Flammlachs, eine finnische Spezialität, am offenen Feuer gegart. „Das Problem ist die Struktur des Marktes“, sagt er. „Er ist zu lang auseinander gezogen.“ Atmosphäre ließe sich mit engen, gemütlichen Gassen schaffen.
Dass der Markt nicht komprimierter auftreten kann, bedauert auch Joachim Schingale, Geschäftsführer der Wolfsburg Marketing Gesellschaft. Es gehe nicht anders, wegen der Rettungswege und Aufstellflächen der Feuerwehr. „Wir werden das aber weiter optimieren, mit mehr Deko und einer anderen Besetzung.“
Christian Thiliant verkauft Stollen und ist mit der Organisation unzufrieden. „Für Wasser muss ich einmal ans andere Ende laufen. Dabei schaffen es selbst kleine Märkte wie Quedlinburg, die Leitungen vor Frost zu bewahren.“ Zudem seien die Veranstaltungen unter dem Glasdach zu weit weg. „Die Leute kommen hier nicht an. Auch sonst ist hier wenig Publikumsverkehr.“ Sein Umsatz decke kaum das Standgeld, sagt er.
Einen guten Platz hat Peter Vorlop. Er steht mit Almhütte und Teufelswurst direkt unter dem Glasdach. „Wir sind zufrieden“, lautet seine Zwischenbilanz. Generell sei es schwer, in Wolfsburg Atmosphäre zu schaffen. Dazu komme die Autostadt als Wettbewerber. „Es muss ein langfristiges Konzept her, das auch durchgezogen wird“, meint Vorlop.
Mirko Bölke findet auch, dass der Markt kompakter sein müsste. Gegenüber dem Vorjahr sei es aber ein Fortschritt. Er verkauft Sülfelder Korn und ist optimistisch. „Wenn der Verkauf noch anzieht, kommen wir vielleicht plus-minus null hier raus“, sagt er. „Nicht zu vergessen: der Werbefaktor.“
Von einer Verbesserung spricht auch Schingale. „Unter dem Glasdach haben wir so viele Besucher wie nie.“ Vor dem Rathaus und auf dem Hollerplatz würde der Markt noch schlechter laufen. „Das hatten wir vor zehn Jahren und es ging schief.“ Grund: Die Leute gehen nicht gezielt auf den Markt, also muss der Markt zum Publikum – in die Fußgängerzone. „Wir sind eine junge, moderne Stadt, ohne eine Kulisse, wie etwa Braunschweig oder Goslar“, sagt Schingale. „Trotzdem haben wir durchaus ein schönes Ambiente geschaffen.“
Ein schönes Ambiente hat der Wintermarkt der Autostadt. „Wir haben mit rund 100 000 Besuchern genau so viele wie im Vorjahreszeitraum“, sagt Sprecher Tobias Riepe. „Allein am Wochenende waren es gut 40 000 Menschen.“ Wichtiges Zugpferd sei die Eisshow. „Die ist auf sehr hohem Niveau, das goutieren die Besucher.“ Der Umsatz sei sogar stärker gestartet als 2011.
