Der Mann, der Autos "vermöbelt"
Holger Aselmann aus Peine verwandelt für seine Kunden Altwagen in originelle Sofas und Sessel
Man kann seinen Altwagen abwracken, verschrotten oder verscherbeln. Man kann ihn allerdings auch "vermöbeln" – vorausgesetzt, man ist so kreativ und handwerklich begabt wie Holger Aselmann aus Peine.
Der gelernte Kfz-Mechaniker aus Stederdorf war zuletzt zwölf Jahre als Fahrer für eine Bäckerei tätig. Als die pleite ging, war der 40-Jährige plötzlich arbeitslos. Doch er ließ den Kopf nicht hängen, sondern besuchte ein Existenzgründerseminar bei der Peiner Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft.
Herausgekommen ist am Ende die Ein-Mann-Firma "Automöbelwelt". Sein Geschick erprobt hat Aselmann an einem weißen Volvo Amazon, Baujahr 1965, der in seinem Garten gemächlich vor sich hin verrottete. "Den wollte ich immer restaurieren. Aber irgendwann ging es dann einfach nicht mehr. Also habe ich den Volvo vermöbelt", berichtet der Existenzgründer. Aus Kofferraum und Rückbank des Volvo hat Aselmann ein Sofa gebastelt. Aus der teilbaren Motorhaube lässt sich ein LCD-Fernseher hochfahren. Statt der Kolben wummert nun ein DVD-Player. Der recycelte Volvo hat bereits einen Kunden gefunden. Ein Volkswagen Käfer, an dem der Stederdorfer derzeit herumschraubt- und -schweißt, hingegen noch nicht. Generell lautet Aselmanns Geschäftsmotto: "Der Kunde sagt, was er möchte. Und das mache ich dann. Es gibt kein Modell, das man nicht vermöbeln könnte."
Mit seiner Idee hat Aselmann auch die Macher der Projekt Region Braunschweig überzeugt. Die sucht kreative Köpfe in der Region und hat ihren Wettbewerb in diesem Jahr unter das Motto "Idee 2010" gestellt. Erstmals war auch die Wolfsburg AG dabei. Jetzt wurden fünf Ideenpreisträger gekürt und zwei Sonderpreise vergeben. Ein Sonderpreis ging an Aselmann. In der Begründung der Jury heißt es: "Er setzt auf Autofans und den Trend zur Individualität In seiner Werkstatt fertigt er auf Kundenwunsch Möbelstücke aus Autoteilen und ist mit dieser Idee der erste Anbieter in der Region. Ein Sessel aus einem VW-Käfer, Garderoben aus Ventilen und Zündkerzen oder Uhren aus Radkappen – dies alles findet sich im Sortiment des Gründers."
Das mit der Einzigartigkeit stimmt so allerdings nicht. Auch beim Volkswagen-Projekt "work2work" werden alte Volkswagen zu Tischen und Stühlen verarbeitet.
www.automoebelwelt.de



