Umsteigen für den Klimaschutz
Wolfsburg Um den Kohlendioxidausstoß bis 2020 deutlich zu senken, will Oberbürgermeister Klaus Mohrs das Verkehrsaufkommen reduzieren.
Mohrs setzt zur Verwirklichung der vom Rat beschlossenen Klimaziele zum einen auf das große Wohnungsbauprogramm, das in den kommenden Jahren Tausenden der rund 70 000 Berufspendler einen Umzug ins Stadtgebiet ermöglichen soll. „Wenn wir 10 000 Pendler weniger haben, tun wir ganz viel für die CO2-Minderung“, sagte Mohrs im Gespräch mit den WN.
Im Jahr 2000 verursachte der Wolfsburger Verkehr jährlich rund 117 000 Tonnen Kohlendioxid, rund acht Prozent des Gesamtausstoßes von knapp 1,6 Millionen Tonnen. Nach Angaben von Umweltamtsleiter Horst Farny wird heute noch mehr klimaschädliches Kohlendioxid produziert. „Das liegt auch an den Verkehrsflüssen vor allem zum VW-Werk“, erklärt er.
Um das Verkehrsaufkommen und damit den Ausstoß von Treibhausgasen in den Griff zu bekommen, will Mohrs Pendlern wie Einheimischen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft machen. Der Oberbürgermeister setzt große Hoffnungen in das neue Busliniensystem. Er geht davon aus, dass die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft (WVG) mit neuen Linienführungen und Taktungen weitere Fahrgäste hinzugewinnen kann. Das geänderte System wird voraussichtlich in rund einem Jahr funktionieren.
Auch das Thema Regio-Stadtbahn ist für Klaus Mohrs noch nicht vom Tisch. Er kritisiert, dass der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) sich in den vergangenen Jahren in seiner Verkehrspolitik auf Braunschweig konzentriert hätte, obwohl Wolfsburg die Stadt mit der höheren Pendlerzahl sei. „Das muss anders werden“, fordert der Oberbürgermeister.
Die Stadt verfolgt darüber hinaus noch eine weitere Strategie: Auf den Straßen sollen sich künftig mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bewegen. Deshalb testete die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft im Herbst vier Wochen lang einen Hybridbus. Und deshalb soll es in der neuen Tiefgarage am Hauptbahnhof auch Ladeplätze für Elektroautos geben. Klaus Mohrs hofft, dass sich auch VW in Sachen Elektroantriebe ins Zeug legt. „Wolfsburg als Musterstadt für E-Mobilität – das wär’s“, sagt er.


