Todesfall Bittner – Polizei befragte 900 Anwohner
Wolfsburg Mit einer Massenbefragung von 900 Anwohnern hat die Polizei am Sonntag versucht, im Fall der gewaltsam getöteten Sabine Bittner aus Wolfsburg neue Hinweise auf den Täter zu finden.
Von 9.30 bis 15 Uhr gingen 70 Polizeibeamte in Zweier-Teams nahe des Tatorts von Haus zu Haus. Ihr Ziel: Durch intensive Befragungen wollten die Beamten auch die kleinsten Beobachtungen zu dem Fall sammeln, um den Tag der Tat möglichst lückenlos rekonstruieren zu können.
50 Bereitschaftspolizisten aus Lüneburg unterstützten die 20-köpfige Sonderkommission der Wolfsburger Polizei bei der Massenbefragung. Die Einsatzkräfte waren zeitgleich mit 25 Interviewteams in Wolfsburg-Reislingen unterwegs.
Am Donnerstag, 29. November, war die 47-jährige Sabine Bittner tot in einem Einfamilienhaus im Fanny-Lewald-Ring aufgefunden worden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus, die Frau soll schwere Verletzungen aufgewiesen haben. Über die genaue Todesursache schweigt die Polizei, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Einbruchspuren konnten die Fahnder vor Ort nicht feststellen. „Es war wichtig, diese Befragung jetzt zeitnah durchzuführen“, betonte der Sprecher der Wolfsburger Polizei, Sven-Marco Claus. Mit jedem Tag verblasse die Erinnerung möglicher Zeugen. „Daher müssen zu Beginn der Ermittlungen möglichst viele Hinweise gesammelt werden.“
Ob bei den Befragungen neue Hinweise aufgetaucht sind, welche die Ermittlungen voranbringen, ist noch unklar. Man habe viele Beobachtungen gesammelt, so Sven-Marco Claus. Diese müssten jetzt ausgewertet werden.
Rund 1000 Menschen wollten die Beamten eigentlich befragen, etwa 900 trafen sie zu Hause an. Staatsanwaltschaft und Polizei sprechen von einer „guten Resonanz“ – und dabei habe auch das Wetter eine Rolle gespielt. „Die Schneefälle haben dafür gesorgt, dass es sich die meisten Menschen in ihren Wohnungen bequem gemacht hatten“, so Polizeisprecher Claus.
Die Anwohner hätten positiv und freundlich auf die Befragung reagiert. Ein Großteil von ihnen hätten die Beamten zudem erwartet. „Rund 90 Prozent wussten durch die Berichterstattung in den Medien, dass wir heute kommen“, sagte einer der Polizeibeamten, der die Befragung durchführte. Hinweise zu dem Fall nimmt die Polizei ab sofort unter der Telefonnummer (05361) 46 46 307 entgegen.
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