Theater schließt 18 Monate, Sanierung kostet 25 Millionen
Wolfsburg Nicht 12, sondern gleich 18 Monate soll das Theater Wolfsburg schließen. Die Sanierungskosten belaufen sich auf mindestens 25 Millionen Euro.
Etwa 25 Millionen Euro wird voraussichtlich die Sanierung des Theaters Wolfsburg kosten. „Wir sind noch dabei, die Kosten zu ermitteln“, sagte zwar Kulturdezernent Thomas Muth vorm Kulturausschuss, ließ aber keinen Zweifel daran, dass diese Zahl dann eher nach oben zu korrigieren wäre. Auch die für die Sanierung erforderliche Zeit und damit Schließung erhöht sich von zunächst geplanten 12 auf 18 Monate.
In der Konsequenz bedeutet das, wie Muth den Kulturpolitikern am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung im Alvar-Aalto-Kulturhaus erläuterte, dass voraussichtlich nicht zum Ende der Saison 2013/14 der Vorhang falle, sondern schon im April 2014 und das die Wiedereröffnung nicht wie gehofft zum Saisonbeginn 2015 im September erfolgen werde, sondern erst „zu Weihnachten“.
Der Kulturdezernent ließ zudem keinen Zweifel daran, dass die Stadt Wolfsburg „auf keinen Fall eine Ersatzbühne bauen wird“. In der Phase der Schließung müsse das Theater auf die Spielstätten Hallenbad und Congress-Park, also Schwimmerbecken, Spiegelsaal, Black-Box und großen Saal ausweisen. Mehr sei da nicht möglich, stellte Muth ernüchternd klar: Es wird „improvisiertes Theater“ geben.
Möglich sei auch, das Helmstedter Brunnen-Theater zu nutzen. Es verfüge über 600 Plätze. Ein entsprechendes Angebot der zur Eingemeindung bereiten Kreisstadt liege vor. Es wurde im Juni 1927 mit Kalmans Operette „Gräfin Marizza“ nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.
Ohne Diskussion stimmte der Kulturausschuss sodann dem Planungsbeschluss zur Modernisierung und Sanierung des Theaters Wolfsburg einstimmig zu.
Ohne Gegenstimmen ging diesmal auch, die nach der Kritik aus dem Kulturausschuss geändert Vorlage durch, eine Münchener Agentur damit zu beauftragen, für den Congress-Park eine Marktanalyse zu entwickeln, um ihn zukunftsfähig zu machen. Dabei solle auch geprüft werden, inwieweit Theater und Congress-Park unter einer Leitung geführt werden könnten.
Pirat Swante Evenburg wandte ein, dass auch ein Verkauf zur Disposition stünde, und erwarte eine Berücksichtigung dieser Option im zu beauftragenden Gutachten. Muth sagte, er schließe dies nicht aus, halte aber „eine Stadthalle“ für unverzichtbar. Ratsherr Willi Dörr stimmte ihm zu. Der Sozialdemokrat bekannte: „Wir wollen, dass der Congress-Park bleibt“. Auch die Christdemokraten sprachen sich dafür aus.
Dass die Gutachter-Kosten von ursprünglich 180 000 Euro auf nunmehr etwa 100 000 sinken, fanden die Ratsmitglieder der beiden großen Ratsfraktionen akzeptabel: „Wir erwarten ja eine Grundlage für eine tragfähige Zukunftskonzeption“, erklärte Dörr. Stadtrat Muth registrierte die Zustimmung in der Erwartung einer nun raschen Verabschiedung im Rat der Stadt, „vorbehaltlich des Ergebnisses der Vorprüfung durch das Rechnungsprüfungsamt“.
