Stühlerücken bei den Stadtwerken
Wolfsburg Die Stadtwerke AG könnte bald ohne Aufsichtsratsvorsitzenden sein. Hans-Georg Bachmann (SPD) verzichtet auf sein Mandat – zumindest auf dem Papier.
Durch den Parteiübertritt der ehemaligen SPD-Ratsfrau Brigitte Fischer zur PUG verliert die SPD eins ihrer vier Mandate im Aufsichtsrat der Stadtwerke.In der Ratssitzung gab es am Mittwoch eine große Überraschung: Nicht etwa Gudrun Krempel, Norbert Lem oder Erich Schubert wollen sich aus dem Aufsichtsrat abberufen lassen, sondern ausgerechnet Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Georg Bachmann. Nach eigenen Angaben jedoch nur auf dem Papier. Da kein Beschluss der Fraktion vorlag, hätte kurzfristig ein Mandatsträger verzichten müssen, erklärte Bachmann gegenüber den WN. „Das ging nur über Freiwilligkeit, und die habe ich geleistet.“
Bis zur nächsten Hauptversammlung der Stadtwerke bleibt er aber Vorsitzender, und die wird wohl nicht vor Februar stattfinden. Bereits im Januar geht die SPD-Fraktion in Klausur und entscheidet über Umbesetzungen in verschiedenen Gremien. Bachmann rechnet damit, dass er von seiner Fraktion dann wieder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird und der Rat im Februar zustimmt – noch vor den Neuwahlen durch die Stadtwerke-Hauptversammlung.
Mehr Transparenz will die Fraktionsvorsitzende der Wolfsburger Piraten, Piroska Evenburg, in den Stadtwerke-Komplex bringen. Sie gewann in der Sitzung per Losentscheid den freiwerdenden Sitz, Hans-Joachim Throl (FDP/WTZ) hatte das Nachsehen. Sie freue sich „wahnsinnig“, sagte Evenburg im Anschluss und kündigte an: „Transparenz ist das Allerwichtigste für uns.“ Deshalb fordert sie auch, dass Internet-Nutzer künftig auf der Stadtwerke-Homepage nachlesen können, wer im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitzt.
