Premiere: Live-Chat mit Klaus Mohrs
Wolfsburg Oberbürgermeister Klaus Mohrs pflegt den Dialog mit den Bürgern – seit Donnerstag auch im Internet. Allerdings: Die Premiere lief nicht ohne Pannen.
Die Serie „Mit Mohrs reden“ ist bereits etabliert und erfreut sich durchaus hoher Beliebtheit. Gemäß dem Zeitgeist hat die Kommunikationsabteilung der Stadt das Format nun auch ins Internet gehoben. Gestern um 15 Uhr fand die Premiere statt.
Ein Einspieler über Stadt und Oberbürgermeister leitete den Online-Stream ein, bevor Mohrs und Moderatorin Esther Kappe auf dem Bildschirm erschienen, beide drapiert in einem Studio mit weißen Möbeln und überdimensionalen Kissen im Hintergrund. Der Stuhl scheint dem Oberbürgermeister etwas zu klein zu sein, er sitzt eher eingeknickt darauf. Die Kameraperspektive lässt ihn kleiner erscheinen.
Moderatorin Kappe erklärt, was eine Internetsprechstunde ist und dass Fragen per Kommentar im Blog gestellt werden können. Die angesetzte Dreiviertelstunde beginnt mit einem kurzen Resümee des Jahres und launigem Geplauder über Klaus Mohrs als Privatmann. Wie sein Tag aussehe, will Kappe wissen, was Mohrs Spaß macht und auch, ob er denn Hobbys habe. Mohrs antwortet geduldig, auffällig dabei: er spricht die meiste Zeit von sich in der „Man-Form“, während in seinem Blog die Ich-Perspektive vorherrscht.
Ob er denn auf der Straße angesprochen werde und sich beobachtet fühlt, fragt die Moderatorin. „Ja, man wird viel angesprochen. Da hat man sich aber schnell dran gewöhnt“, sagt Mohrs. Für die Anliegen der Bürger habe er immer Zettel und Stift dabei. „Findet man sie denn auch bei Aldi, wenn dort Socken im Sonderangebot sind?“ fragt Kappe. „Nein, Einkaufen gehört nicht zu meinen Lieblingsdingen, das macht eher meine Frau. Ich besorge mir höchstens mal einen neuen Anzug“, sagt Mohrs, diesmal in der Ich-Form, und fügt hinzu: „Ich bin ein echter Einkaufsmuffel.“
Es folgt ein Schweinsgalopp durch Themen, die die Moderatorin selbst setzt (mehrfach die 75-Jahr-Feier, Wohnraum, Kinderbetreuung) und Zuschauerfragen. Zwischendurch ein Einspieler, bei dem die Studiomikrofone weiterlaufen. Ein Echo entsteht. Es ist also doppelt zu hören, wie wenig sich vor allem junge Wolfsburger für die Fusion mit dem Landkreis Helmstedt zu interessieren scheinen.
Ein thematischer roter Faden ist nicht erkennbar, fast wirkt es, als torpedieren die Fragen der Zuschauer den Gesprächsverlauf.
Auch dass Fragen und Stream zu großem Teil auf derselben Internetseite stehen, scheint die Moderatorin zu vergessen, etwa als sie die Frage von User „Fred Bierstedt“ vorliest – und ihn kurzerhand als Fred B. vorstellt.
Zum Ende hin richtet Mohrs einen Weihnachtsgruß an die laut Stadt „mehreren Hundert Zuschauer“ und hofft auf ein erfolgreiches neues Jahr. Die Sendung ist nach 45 Minuten pünktlich zu Ende, aber bevor der Ton abbricht, ist das wirklich letzte Wort von Klaus Mohrs zu hören: „Na, das ging doch schnell!“
Wer den Live-Stream verpasst hat, kann ein Video davon ab heute auf dem Blog von Klaus Mohrs unter www.klausmohrs.de/livestream abrufen.



