Polizeichef: 2012 war ein normales Jahr
Wolfsburg Der Chef der Wolfsburger Polizeidirektion, Hans-Ulrich Podehl, blickt aufs Jahr zurück. Das komplette Interview lesen Sie in der Donnerstagsausgabe.
Wie lautet die Bilanz aus Sicht der Polizei für das Jahr 2012?
Wir werden in Wolfsburg bei der Gesamtzahl der Straftaten ungefähr bei 9500 liegen, und dies bei einer Aufklärungsquote von rund 60 Prozent – also etwa so wie im Vorjahr. 2012 war ein normales Jahr.
Ein großer Schock war vor einem Monat der Mordfall Bittner in Reislingen. Wird die Polizei den Täter erwischen?
99 Prozent solcher Fälle werden aufgeklärt. In diesem Fall ist kriminalistische Feinarbeit gefordert, die Mordkommission arbeitet jedenfalls aufopferungsvoll an dem Fall.
Ein Aufregerthema für alle Fußballfans ist das Sicherheitspaket des DFL. Die Ultras aller Vereine lehnen dies strikt ab.
Vorweg: Ich habe nichts gegen Ultras! Ich finde ihre Choreographien toll und wie sie in der Arena für Stimmung sorgen.
Was halten Sie von Pyrotechnik?
Optisch finde ich die schön, besonders wenn es dunkel ist. Aber sie hat in der Arena nichts verloren, die ist nicht beherrschbar – das soll mir auch keiner von den Fans erzählen, dass die das könnten. Die sind keine ausgebildeten Sprengmeister.
Sie unterstützen demnach das Sicherheitskonzept?
Ja, denn es geht darum, dass Gewalt bei Fußballspielen nichts zu suchen hat. Das ganze Thema wurde von den Ultras ein bisschen hochstilisiert. Hinter dem Konzept steht ja die Rechtslage – es muss ein Verdacht vorliegen, damit ein Arenabesucher gefilzt wird. Der normale Fan des VfL wird wie auch schon vorher abgetastet – für den ändert sich überhaupt nichts.
In der Nachbarstadt spielt Eintracht Braunschweig eine überragende Saison.
Die Eintracht ist ein sportlicher Gewinn für die Region. Ich fänd es toll, wenn mit dem VfL, Hannover 96 und der Eintracht drei Fußballclubs aus Niedersachsen in der 1. Bundesliga spielen würden.
2005, als der VfL II auf Eintracht traf, reisten kurzfristig 15000 Fans aus Braunschweig nach Wolfsburg und sprengten das Sicherheitskonzept. Passiert ist damals nichts. Doch wenn der VfL in der nächsten Saison gegen die Eintracht spielen sollte, dürfte es schon ein besonderes Spiel werden.
Das wird mit Sicherheit als Hochrisikospiel eingestuft, aber das passiert auch, wenn andere Vereine hier spielen. Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Vereine sollten sich im Vorfeld mit Bedacht äußern und keine Emotionen schüren.

