Mal klassisch, mal richtig schräg
Wolfsburg Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb viele Hundert Kinderlieder. Auf der ersten Audio-CD sind 13 davon zu hören, illustriert mit Radierungen.
In dieser dunklen Zeit haben sie wieder Konjunktur, die guten, alten Kinderlieder: „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, auch „Nussknacker, du machst ein grimmig Gesicht“. Sie sind wohl vertraut. Dass die Texte von Heinrich Hoffmann von Fallersleben stammen, ist leider oft genug in Vergessenheit geraten. Dass sie auch noch von Schülern des 21. Jahrhunderts gesungen werden, macht sie aktuell.
Auf einer neuen Audio-CD sind 13 bekannte und fast vergessene Kinderlieder Hoffmanns von Fallersleben zu hören. Gesungen von dem Jugendchor Fallersleben, instrumental unterstützt von der städtischen Musikschule. Das klingt teilweise sehr gewohnt, also klassisch im weiteren Sinne, aber es groovt auch, swingt manchmal oder ist „ richtig schräg“, sagte Musikschulleiter Andreas Meyer am Montagabend im Musiksaal der Goetheschule.
Da sang der Chor unter der Leitung Christhard Liebert für Eltern und Journalisten zwei Lieder von dieser CD live. Begleitet hat Nicole Rudi sie am Klavier, später auch Ann-Kristin Zoike auf der Violine.
Live klingt das alles wie immer viel lebendiger, aussagekräftiger und unmittelbarer. Aber die Audio-CD hat es dennoch in sich, zumal sie in den Arrangements der Lieder durch Matthias Klingebiel nicht einen Sound, sondern verschiedene Klangwelten erschließt und so den Bogen vom 19. ins 21. Jahrhundert spannt.
Es geht aber, wie Museumsleiterin Dr. Bettina Greffrath betonte, in diesem Gemeinschaftsprojekt noch um eine dritte kreative Variante: das Booklet. Claudia Hentrich hat es gestaltet, angeregt durch die 12 Illustrationen der Sülfelder Mäusewerkstatt von Angelika Bucher. Deren Radierungen sind teilweise auch auf dem Booklet in ansprechender Gestaltung enthalten.
Es ist insgesamt die erste Chor-CD, die ausschließlich Kinderlieder des Dichters Hoffmann von Fallersleben (1798 bis 1874) zu Gehör bringt. Sie soll dazu beitragen, in Kindertagesstätten und Schulen das auch musikalische Erbe Hoffmanns zu pflegen. Es ist Ausdruck einer Zeit, die aufgrund freiheitlicher Bestrebungen Lieder für das Volk und die Schule brauchte, sich aber auch auf verlorene Schätze des Volkes besann. Hoffmann hob sie.
