Gymnasium appelliert wegen Umzugs-Ärgers an Fraktionen
Fallersleben Schüler- und Elternvertretung sowie Kollegium haben in dem Schreiben ihre Bedenken vorgetragen. Ein Realschul-Auszug ginge nicht ohne Klassenteilung.
Nach und nach wird klar, dass der Stadtverwaltung kurz nach Schuljahresbeginn bewusst geworden sein muss, dass ihre bisherigen Umzugspläne zur Sanierung des Schulzentrums Fallersleben anhand des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb so nicht realisierbar sind. Wie exklusiv berichtet, sind die Schulen seit Ende November über die radikale Änderung der Planung informiert.
Die kommissarische Realschulrektorin Tanja Neuling bekräftigt am Freitag die Aussagen von Hauptschulleiter Rüdiger Czubba: „Wir waren zusammen in Westhagen und haben uns die Räume angesehen – und festgestellt, dass das für Haupt- und Realschule zusammen nicht passt. Fast alle Realschulklassen haben 30 Schüler – Oberstufen-Kurse sind dagegen deutlich kleiner.“
Wie die kommissarische Rektorin berichtet, habe man daraufhin sogar den Kontakt zur Landesschulbehörde gesucht, weil eine Teilung der großen Realschulklassen nötig gewesen wäre. „Das hätte mehr Klassen und damit auch mehr Lehrerstunden bedeutet.“ Tanja Neuling erläutert, dass eine solche Teilung „für unsere Schüler eine noch größere Zumutung gewesen“ wäre. „Das wäre ein Riesen-Schlag gewesen, denn für unsere jüngeren Schüler hätte die zusätzliche Fahrerei einen Riesen-Einschnitt bedeutet. Größere Schüler sind eher in der Lage, einmal mehr umzusteigen.“ Die Realschulleiterin macht keinen Hehl daraus, dass ihr die neue Planung deutlich besser gefällt: „Es ist eine gute Lösung, die Oberstufe des Gymnasiums auszulagern, denn das Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule ist ja auf die Oberstufe ausgerichtet, dort ist ja derzeit die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule untergebracht.“
Die kommissarische Realschulleiterin weist darauf hin, dass zudem nicht nur das Gymnasium viele Schüler aus dem Umland mit dann noch längeren Fahrwegen hat. „Wir haben auch viele Schüler aus dem Raum Gifhorn, und selbst an der Hauptschule ist das so.“ Probleme hätte der Realschul-Umzug laut Neuling auch für die dortige Sprachlernklasse bedeutet, „die Schüler an alle drei Schulen schickt“. Die Rektorin sieht es pragmatisch: „Auch wir werden innerhalb des Schulzentrums umziehen müssen. Dafür haben wir hinterher ein tolles Schulzentrum – da muss man das für drei Jahre in Kauf nehmen.“
Ähnlich äußerte sich bereits am Donnerstag auch Schulausschuss-Vorsitzende Hiltrud Jeworrek: „Es ist eine organisatorische Belastung für alle drei Schulen – ich weiß das, ich bin selbst drei Jahre zwischen bis zu drei Schulen gependelt. Aber mit Blick in die Zukunft muss man diese Last für drei Jahre auf sich nehmen.“
Unterdessen haben sich Schülervertretung, Kollegium und Elternvertretung des Gymnasiums in einer Mail mit Datum vom 18. Dezember an die Rats- und Ortsratsfraktionen gewandt und ihre in ähnlicher Form auch in der Pressemitteilung vom Mittwoch formulierten Bedenken vorgetragen, „die der Schüler- und Elternschaft sowie dem Lehrerkollegium des Gymnasiums Fallersleben am Herzen liegen“ und „die unserer Meinung nach bei der Beschlussfassung berücksichtigt werden sollten“. In dem Schreiben, das den WN vorliegt, bieten sie an, ihre Standpunkte und mögliche Alternativszenarien in den nächsten Sitzungen der Fraktionen detailliert vorzutragen.



