Großer Aufzugsfrieden – Stadt und Ortsrat für Innenlösung
Fallersleben Die Ausstellung im Schloss soll Mitte 2013 wieder eröffnen. Der Denkmalschutz könnte die Pläne für einen Fahrstuhl im Toiletten-Bereich torpedieren.
Der Streit um den Aufzug am Schloss Fallersleben scheint endlich beigelegt zu sein. Am Dienstagabend einigten sich Ortsrat und Verwaltung in einem Gespräch auf eine einvernehmliche Lösung: Der Aufzug soll jetzt definitiv innerhalb des Schlosses gebaut werden. Die beiden Varianten mit einem Aufzug, der an der Außenfassade des Schlosses angebracht wird, sind damit vom Tisch.
Lange hatte der Ortsrat für eine solche Innenlösung gekämpft, unter anderem mit einer Unterschriftenaktion. Die Verwaltung hatte im Gegenzug lange an ihren Vorstellungen von einem Fahrstuhl an der Schloss-Fassade festgehalten – entweder im Schlosshof am Treppenturm oder am Haupteingang neben der Freitreppe.
Entsprechend zufrieden äußerten sich die Fallersleber Ortsratsfraktionen nach dem Gespräch. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, sagte Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist (PUG). Diese Variante habe den Charme, dass alle Seiten sie einvernehmlich getroffen hätten. Eine Lösung, mit der man leben könne, meint auch SPD-Ortsratsmitglied Ralf Krüger. Er sei froh über die Einigung.
Der Aufzug soll jetzt in der Nähe der Toilettenanlage im Gewölbekeller seinen neuen Platz finden. „Dafür müssten Teile der Toilettenanlage an eine andere Stelle verlegt werden. Es ist eine Ratsentscheidung für Februar geplant“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.
Ob der Aufzug in dieser Form gebaut wird, ist allerdings noch alles andere als sicher – denn der Denkmalschutz hat bekanntlich ein Wort mitzureden. Und die Behörde hatte sich bisher strikt gegen eine Innenvariante ausgesprochen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Ortsratsmitglied Ursula Mrongovius (Grüne). Allerdings habe sich die Behörde in der Vergangenheit als recht unflexibel gezeigt. Und Bernd Hartmann, Fraktionssprecher der CDU, macht sich wenig Illusionen: „Ich glaube nicht, dass der Denkmalschutz von seiner Einschätzung abweicht. Dann müsste der Klageweg beschritten werden. Und sowas könnte vier bis fünf Jahre dauern.“
Sicher ist aber, dass die Ausstellung im Schloss Mitte 2013 wieder eröffnet werden soll – auch ohne Aufzug.
