Ein Kreuz für die Kirche von Alvar Aalto in Detmerode
Wolfsburg Die Stephanuskirche hat nach 44 Jahren ein Altarkreuz erhalten. Gefeiert wurde das mit einem Gottesdienst mit festlichem Einzug und Empfang.
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“ Ein bekanntes Adventslied, das am Sonntag beim Gottesdienst in der Detmeroder Stephanusgemeinde nicht nur gesungen, sondern auch in die Tat umgesetzt wurde. Zu Beginn wurde das Haupttor der Kirche weit geöffnet und herein kam: ein Altarkreuz. Getragen von Kirchenvorstand Jürgen Prüser – dem Anlass angemessen mit weißen Handschuhen – und begleitet von den übrigen Mitgliedern des Kirchenvorstands.
160 Gottesdienstsucher verfolgten die Prozession im Stehen. Für Schwung sorgte der Wolfsburger Gospelchor unter Leitung von Michael Grosse. Er begleitete den Einzug des vom Hallenser Künstler Thomas Leu geschaffenen Kreuzes mit ausdrucksstarkem Gesang. Gewählt hatte das Ensemble ein textlich symbolträchtiges Lied: „Freedom is coming, Jesus is coming“.
Für Pastorin Anke Döding war die Übergabe dieses Altarkreuzes „ein ganz besonderer Augenblick“. Wobei sie, gemeinsam mit den Kirchgängern, eines Mannes gedachte, der nach seinem Tod 2010 „der Stephanusgemeinde ein Erbe hinterließ“, mittels dessen das Projekt Altarkreuz umgesetzt werden konnte: Günter Kunisch. Die Pastorin erinnerte daran, dass der Wunsch nach einem Kreuz in der vor 44 Jahren geweihten Stephanuskirche seit langem bestehe. Es gibt zwar ein solches, es hängt hinten im Altarraum, dieses „Mobile“ ist jedoch auf den ersten Blick nicht als Kreuz zu erkennen.
Das Werk von Thomas Leu – er war beim Gottesdienst anwesend, wollte aber lieber das Kreuz für sich sprechen lassen – schließt diese Lücke. Und es ist in seiner klar strukturierten Form, auf dem Altar stehend, fast zwangsläufig ein optischer Anlaufpunkt für die Kirchenbesucher. Ein Fixpunkt für die Gläubigen, der sich in das Ambiente des von dem finnischen Architekten entworfenen sakralen Baus bestens einpasst. Was unabdingbare Voraussetzung gewesen war, wie Thorsten Albrecht vom Kunstreferat der Landeskirche in einer kurzen Ansprache betonte.
Neben ihm saßen Rainer Steinkamp, Anke Döding, Jürgen Prüser und Elisabeth Stöckel in jener Jury, die aus vier Vorschlägen den Entwurf von Leu ausgewählt hatte. Die Begründung: Dieses Kreuz für die Stephanuskirche nimmt die Vorgaben des Raumes auf und setzt gleichzeitig einen ganz eigenen Akzent.
Und wie kommt es bei den Gemeindemitgliedern an? Vier junge Teamerinnen, Michelle und Isabell Kesting, Melissa Stieghan sowie Anna Cyrol, waren sich einig: „Es wirkt interessant und modern.“ Ute Stiefel, die für die Bewirtung beim Empfang zuständig war, meinte spontan: „Das Kreuz passt super zu allen anderen Gegenständen in der Kirche.“
