Edeka-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen
Wolfsburg Harte Kritik an ihren Arbeitsbedingungen üben Mitarbeiter der Edeka-Filialen am Berliner Ring, in der Allerstraße, in Detmerode und in Lehre.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat eine Kampagne gestartet. In einer Petition an die Handelsgesellschaft Edeka Minden-Hannover klagen die Beschäftigten über Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden, Dumping-Löhne und mangelnde Investitionen. „Seit Jahren wird in keiner unserer Filialen mehr investiert, es herrschen große bauliche Mängel und z.T. problematische hygienische Zustände“, schreiben die Mitarbeiter. Sie fordern Modernisierungen, Neueinstellungen und eine bessere Bezahlung geringfügig Beschäftigter.
Außerdem haben die Mitarbeiter Angst um ihre Arbeitsplätze. Die Pachtverträge für die Märkte in der Allerstraße und am Berliner Ring, in denen rund 110 Menschen arbeiten, laufen in diesem und dem kommenden Jahr aus. Die Belegschaft hat Angst, dass sie unter Umständen nicht verlängert werden und eine andere Kette die Geschäftsräume übernimmt. „Gerüchte über Schließungen, Umbauten und Betriebsübergänge kursieren in der Öffentlichkeit“, heißt es in der Petition. „Die Zukunftsangst ist ziemlich groß“, stellt ein Mitarbeiter fest. Er berichtet außerdem von mehreren Tausend Überstunden und einem hohen Krankenstand.
Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben die Listen mit den Unterschriften der Beschäftigten vor Weihnachten nach Minden gebracht. Der Pressesprecher der Handelsgesellschaft Edeka Minden-Hannover, Andreas Laubig, sagte am Donnerstag, die Petition würde noch geprüft. Auf den ersten Blick sei aber nicht erkennbar, dass die vier von Friedel Grimmann betriebenen Filialen kritikwürdig seien. „Eigentlich gibt es auch keinen Anlass zu der Sorge, dass die Märkte keine Zukunft haben“, wunderte sich Laubig. Friedel Grimmann wollte sich nicht zu der Petition äußern.
Die Verdi-Kampagne geht am Samstag, 12. Januar, um 11 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Edeka-Markt in Detmerode weiter. SPD-Ratsfrau Nicole Tietz und Bundestagsabgeordneter Achim Barchmann haben den Edeka-Mitarbeitern ihre Unterstützung zugesagt.



