Darf’s baulich ein bisschen strenger sein?
Heiligendorf Der Bebauungsplan-Entwurf für den Hasenmorgen in Heiligendorf sieht eine örtliche Bauvorschrift vor. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich.
Mit dem Arbeitstitel „Dorfanger“ hat die Bauverwaltung den Bebauungsplan-Entwurf für das künftige Baugebiet Hasenmorgen am Ostrand von Heiligendorf versehen. Entsprechend will die Stadt auch eine zur ländlichen Umgebung passende Wohnbebauung sicherstellen – per örtlicher Bauvorschrift.
In der November-Sitzung des Ortsrats hatten der stellvertretende Stadtplanungsleiter Peter Albrecht und Stadtplaner Hermann Landsmann den Hasenmorgen-Entwurf ausführlich vorgestellt, inklusive der Vorgaben, die den Häuslebauern gemacht werden sollen (WN berichteten). Bei unseren Online-Lesern riefen die Pläne der Stadtverwaltung unterschiedliche Reaktionen hervor (siehe Kasten unten).
Nach mehreren Jahren und Baugebieten – und um einige Erfahrungen reicher – möchte die Stadt erstmals wieder striktere Vorgaben machen, was die Gestaltung der Häuser in einem Baugebiet betrifft.
Viele jüngere Baugebiete zeichnen sich durch einen munteren Baustil-Mix – man könnte es auch Gestaltungs-Wildwuchs nennen – aus, beispielsweise der Forsthausweg im benachbarten Barnstorf oder der Kerksiek in Ehmen/Mörse, wo vom Walmdach-Bungalow mit Glanzdachziegeln über den Flachdachbau bis hin zum Fachwerkhaus-Nachbau mit Steildach quasi jede erdenkliche Baustil-Variante zu finden ist.
Dabei hatte sich das die Stadt gerade für den Kerksiek ganz anders vorgestellt, war neue Wege gegangen: Sie setzte auf eigenständige Abstimmung der Nachbarn untereinander bei der Gestaltung von Haus- und Dachform, Ausrichtung, Vorgärten, Zäunen und dergleichen. Doch das war für das große Neubaugebiet, wo zwischen der Vermarktung der Grundstücke innerhalb eines Straßenzugs schon einmal mehrere Jahre lagen oder liegen, offenbar zu viel erwartet.
Für den ausgesprochen ländlich gelegenen Hasenmorgen will die Stadtplanung nun auf Nummer sicher gehen (siehe Kurz-Interview rechts).
Heiligendorfs Ortsbürgermeisterin Angela Karp kann damit leben: „Ich persönlich finde zwar, dass jeder so bauen können sollte, wie es seinen Ansprüchen genügt. Das ist eine Sache des persönlichen Geschmacks, und es muss meiner Meinung nach auch in unserer ländlichen Umgebung nicht alles so stereotyp aussehen. Aber ich würde die Bauvorschrift nicht in Frage stellen – so heftig sind die gemachten Vorgaben schließlich nicht.“



