Bache haust im Wohngebiet
Reislingen Die Anwohner des Grethe-Jürgens-Rings in Reislingen sorgen sich, weil eine Bache nahe der Häuser haust. Die Stadt will das Gebüsch lichten lassen.
Einen eher unpassenden Platz zum Großziehen ihrer Frischlinge hat sich eine Wildschwein-Bache gesucht. Sie haust seit einigen Tagen im dichten Gebüsch auf dem Lärmschutzwall am Grethe-Jürgens-Ring in Reislingen-Südwest. Kreisjägermeister Wolfgang Lüer und Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben sich bereits am Ort umgesehen. Geplant ist, das Gestrüpp auszudünnen, damit es keinen Schutz für die Tiere mehr bietet.
Nur wenige hundert Meter ist das erste Haus vom Gebüsch entfernt, in dem Anwohner die Tiere entdeckt haben. Sie vermuten, das es eine Bache mit mehreren Frischlingen ist. „Ich bin am 29. Dezember morgens mit dem Hund den Sandweg entlang gegangen und habe mich schon gewundert, warum er so nervös war. Dann habe ich kaum zwei Meter entfernt ein Knacken, ein Grunzen und eine Art Fauchen gehört“, berichtet Anwohnerin Andree Solf.
Sie hat nun Angst, den Weg zu benutzen. Und sie macht sich Sorgen um Hunde und spielende Kinder. „Ich habe schnell einige Handzettel gedruckt und in einigen Häusern verteilt, um die Nachbarn zu warnen.“ Auch persönlich hat sie Nachbarn und Bekannte angesprochen und gewarnt.
Andree Solf ärgert sich darüber, dass manche Anwohner gedankenlos Laub und Biomüll auf den Wall werfen. „Das ist natürlich prima Futter und lockt die Tiere an. Wir haben doch aber extra ein Wildfütterverbot.“ Auch Anwohnerin Sabine Hein hat Angst. „So ein Tier so nah an Wohnhäusern, das ist nicht schön. Alles war aufgewühlt. Im Dunkeln kann man da nicht mehr entlang gehen“, sagt sie. Sie sorgt sich nicht nur um die Sicherheit ihrer Hunde, sondern auch um die der kleineren Kinder im Viertel.
„Viele Kinder spielen dort im Gebüsch, bauen Buden. Für die ist das ein Paradies“, sagt Hein. Die Nähe zur Natur sei zwar eine gute Seite der grünen Stadt Wolfsburg. „Es hat aber eben auch Nachteile“, sagt sie nachdenklich.
Kreisjägermeister Wolfgang Lüer mahnt die Anwohner, die Hunde anzuleinen. „Die Bache bleibt friedlich, wenn sie nicht gestört wird. Für herumstromernde kleinere Hunde aber kann eine Bache, die ihre Frischlinge verteidigt, zur tödlichen Gefahr werden.“ Auch Kinder sollten nicht in der Nähe spielen.
„Die Anwohner sind natürlich beunruhigt. Wollen wir hoffen, dass es schnell möglich ist, das Dickicht auszudünnen. Gerade so dicht am Wohngebiet ist das ratsam. Das haben wir schon an der Nordhoff-Straße erfolgreich gemacht. Wenn die Dickung fehlt, halten sich die Sauen dort auch nicht auf, sagt Lüer.
In Wolfsburg tauchen immer wieder Wildschweine auch in Wohngebieten auf, weil die Stadt viele Waldflächen hat. Regelmäßig gibt es auch Wildschwein-Jagden mitten in der Stadt.


