„Das Ortsarchiv wird eine Fundgrube“
Wolfsburg Die Heizung läuft, einen Internetanschluss gibt es auch, ebenso die ersten vier Glasschränke. Das neue Ortsarchiv ist fast startklar.
Nun kann es bald losgehen mit der Forschung in den neuen Räumen für das Ortsarchiv. Die Nordsteimker Heimatforscher um Dorfchronist Siegfried Mahlmann sind glücklich und feiern mit Plätzchen und Sekt.
Im Obergeschoss der Schule haben sich die 44 Quadratmeter der zwei Zimmer der alten Lehrerwohnung in ein Schmuckstück verwandelt. Holzfußboden und Holztüren sind aufgearbeitet, die Wände freundlich gestrichen. Lange hatten sich Forscherkreis und Ortsrat um geeignete Räume bemüht, denn noch lagern die historischen Schätze des Ortes bei Mahlmann zuhause – wer da mal was brauchte, musste suchen.
Das soll sich nun ändern, denn nach und nach kommen die Fotos, Karten, Familiengeschichten, Vereinsunterlagen oder die Kirchchronik in ihr neues Domizil. Die umtriebige Truppe ist dem Gebäudemanagement und dem Institut für Zeitgeschichte der Stadt mehr als dankbar. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagte stellvertretender Ortsbürgermeister Harald Hoppe.
„Die Archivalien sollten nicht im privaten Dunstkreis schmoren, und zudem sammelt sich ganz schön was an, da fehlte bald der Platz“ , begründete Mahlmann die Anstrengungen. Zu den alten Glasschränken aus Schulbeständen kommen noch weitere hinzu, just erreichte Mahlmann ein Anruf aus der Kreuzheide. Und alte Schreibtische können sich die Nordsteimker im Rathaus abholen. Platz genug also für das Projekt Ortsarchiv und ein Konzept, um die Archivalien auch aufzufinden.
Unterstützung kommt dabei von Werner Strauß vom Institut für Zeitgeschichte der Stadt. „Der Aufbau von Ortsarchiven gehört zu den Kernaufgaben der Heimatpflege. Leider haben wir zurzeit nur eine handvoll funktionierender Archive, daher unterstützen wir dieses Projekt hier gerne nach Kräften.“ Die Heimatpfleger werden beraten, es gibt Hilfestellung beim sachthematischen Erschließen der Bestände.
Mitmachen können alle Interessierten, die muntere Truppe setzt auf Eigendynamik, will aber auch auf Bürger zugehen. Und auch die Jugend ist gern gesehen, so wie der sehr aktive Jörn Berkenhagen (18). Strauß ist überzeugt: „Das Ortsarchiv wird eine wahre Fundgrube.“



