Werkstätten der Lebenshilfe überarbeiten ihren Brandschutz
Wolfenbüttel Die Lebenshilfe-Werkstätten in Wolfenbüttel verbessern ihren Brandschutz. Das Konzept erarbeiteten sie schon vor dem Unglück im Schwarzwald
Brandschutz ist eine komplizierte Angelegenheit. Wenn Carsten Druba, der Werkstattleiter der Lebenshilfe in Wolfenbüttel, darüber spricht, berichtet er von Filteranlagen, die brennen können, ohne das Flammen nach außen dringen. Bauleiter Herbert Heil zeigt einen Plan vom Gebäude der Lebenshilfe mit Werkstätten und Wohnungen an der Mascheroder Straße und verweist auf eine geplante Unterteilung in drei Brandabschnitte und offene Treppenhäuser, die geschlossen werden müssen. Olaf Rösler schließlich erwähnt Mitarbeiter-Schulungen: „Man muss ein Bewusstsein für die Gefahren schaffen“, sagt der Brandschutzbeauftragte.
Nicht erst seit der Katastrophe in einer Werkstatt für Behinderte in Titisee-Neustadt im Schwarzwald, bei der 14 Menschen starben, ist das Thema Brandschutz laut Druba bei der Lebenshilfe in Wolfenbüttel wichtig. Das Unternehmen sei ohnehin dabei, ihr Sicherheitskonzept zu überarbeiten. „Aus eigener Initiative, nicht weil wir müssen“, sagt Druba: „Wir könnten so weitermachen, wie bisher. Aber es besteht auch ein Verbesserungspotenzial.“
Rund 150 000 Euro habe die Lebenshilfe dieses Jahr in den Brandschutz investiert. In der Tischlerei in Fümmelse sei eine neue Filteranlage installiert worden. Druba spricht von vier Sicherungsschritten. Nach dem Unglück im Schwarzwald habe er mit der Herstellerfirma über Sicherheitslücken gesprochen. Man kann als fünften Schritt noch eine Löscheinrichtung zwischen Filter und Spänebunker installieren, habe er erfahren. „Anfang 2013 werden wir die Anlage nachrüsten“, sagt der Werkstattleiter.
Geplant sei auch, das Gebäude an der Mascheroder Straße auf den neuesten Stand zu bringen. „In Sachen Brandschutz soll es so gut werden, wie ein Neubau“, sagt Druba. Nötig seien dafür Fluchttreppen, die von außen zum ersten Stock führen. Zudem solle das Treppenhaus im Gebäude umgebaut werden. Das Konzept sei mit einem Experten erarbeitet und dem Landkreis vorgelegt worden.
Technisch, organisatorisch und personell kümmere man sich um den Brandschutz, betont Druba. Filteranlagen, Brandmelder und Feuerlöscher allein reichten nicht aus. Es gebe Ablaufpläne für Evakuierungen, gekennzeichnete Fluchtwege und Mitarbeiter, die immer wieder für den Notfall geschult würden.
Das Problembewusstsein sei vorhanden, versichert der Werkstattleiter: „Hier blockiert niemand mehr einen Fluchtweg.“ Und auch, dass Rollstuhlfahrer im Brandfall nicht aus dem Gebäude fliehen könnten, hält er für ausgeschlossen. „Wir haben keine Treppe als Hindernis, und alle nehmen sich bei uns der Rollstuhlfahrer an.“
Letzte Sicherheit gebe es aber trotz allem nicht. Druba: „Ich kann nicht sagen, hier kann nichts passieren. Aber wir versuchen, das Thema systematisch zu betrachten.“



