Tiere gehören nicht als Geschenke unter den Weihnachtsbaum
Wolfenbüttel „Tier als Weihnachtsgeschenke lehnen wir ab“, sagt Ute Rump. Zeit und Ruhe seien nötig, um das richtige Tier für eine Familie zu finden.
Tiere zu verschenken sei ohnehin problematisch, betont die Leiterin des Wolfenbütteler Tierheims. Aber darüber hinaus sei Weihnachten die vollkommen falsche Zeit. Die Tage vor und nach dem Fest seien zu hektisch. Oft käme zudem Besuch ins Haus. Tiere müssten sich in ihrem neuen Heim aber erst zurecht finden. Sie seien zunächst verunsichert, wenn sie in eine neue Familie kämen. Die Ruhe, die sie bräuchten, um sich einzugewöhnen, sei nicht gegeben.
Wichtig sei, dass zwischen Tier und Mensch eine gute Verbindung entstehe. Bevor das Tierheim beispielsweise einen Hund weggebe, müsse der Interessent mehrmals kommen, sich um das Tier kümmern, und mit ihm probeweise Gassi gehen. Rump: „Wir wollen sehen, ob die beiden ein Team werden.“ So etwas könne man nicht in der Vorweihnachtszeit auf die Schnelle erledigen.
Wer ein Tier halten wolle, müsse zuvor wichtige Entscheidungen treffen, er müsse Verantwortung übernehmen und sich um ein Lebewesen kümmern. Das wolle wohlüberlegt sein. „Wir wollen, dass die Tiere in optimale Verhältnisse kommen“, sagt Rump. Um das zu beurteilen, wolle sie die künftigen Halter selbst kennenlernen. „Wir machen mit ihnen einen Vertrag. Darin steht auch, dass die Tiere nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen. Schon dass schließe eigentlich aus, dass das Tier verschenkt werde.
Wenn man ein Tier verschenken wolle, dann solle man das in Form eines Gutscheins tun, sagt Rump. Dann könnten die Beschenkten nach den Festtagen in Ruhe das Lebewesen aussuchen, dass künftig zur Familie gehören solle.
Wer ein Haustier haben wolle, müsse sich zunächst über die Verantwortung klar werden.
Um zu verhindern, dass Tiere zu Weihnachten verschenkt werden, stellten manche Tierheime zwei Wochen vor den Fest die Vermittlung komplett ein. Das sei in Wolfenbüttel nicht betont Rump. Trotzdem schließt sie sich dem Aufruf des Deutschen Tierschutzbundes kopfnickend an: „Nur Plüschtiere gehörten unter den Weihnachtsbaum.

