So geht es in Schladen weiter mit Inutec
Wolfenbüttel Die in finanzielle Bedrängnis geratene Inutec Solarzentrum GmbH wird am Standort Schladen keine Anlagen mehr montieren.
Das erklärte Inhaber und Geschäftsführer Alexander Kaub im Gespräch mit unserer Zeitung. Voraussichtlich in der nächsten Woche wird das Amtsgericht Braunschweig über den Insolvenz-Antrag des Unternehmens entscheiden. Kaub ist seit 1992 in der Solarbranche tätig, seit dem 1. Januar 2011 hat sein Betrieb die Rechtsform einer GmbH.
In Spitzenzeiten waren in der Firma 57 Mitarbeiter beschäftigt. Aktuell sind es laut Kaub nur noch zwei – allen anderen sei inzwischen gekündigt worden. In den vergangenen zwei Jahren habe er die Firma immer wieder verkleinert. Kaub: „Es ist schwer, mit geringeren Kosten mehr Umsätze zu erzielen.“
In Schieflage sei das Unternehmen durch einen Kurswechsel in der Politik gekommen. Wie berichtet, hatte die Bundesregierung beschlossen, die Fördermittel für erneuerbare Energien zu kürzen. „Auf einmal hieß es: Solarenergie ist zu teuer. Das hat uns unvorbereitet getroffen.“
Vor zwei Monaten entschied sich der Chef dafür, den Weg in die Insolvenz zu gehen. „Wir haben wenig Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, aber es drohte zu kippen.“ Kaub schließt mittlerweile nicht mehr aus, große Teile des Firmengelände im Schladener Gewerbegebiet zu verkaufen.
Gleichwohl will er sich neue Standbeine aufbauen – „mit einer kleinen Mannschaft“, wie er sagt. So gründete Kaub zwei neue Unternehmen. Mit seiner Inutec Solarcenter Deutschland GmbH will er künftig als Fachgutachter tätig werden. „Hierzu lasse ich mich gerade ausbilden.“
Die Inutec Solarcenter International GmbH soll unterdessen vorhandenes Know-how ins Ausland transferieren. In Kooperation mit der größten Universität des Landes will Kaub in Indonesien eine Solar-Akademie ins Leben rufen.
Der Solar-Experte legt Wert auf die Feststellung, dass sein Ingenieur-Büro sowie die Verwaltungs GbR von der Insolvenz der GmbH nicht betroffen seien. Kunden bräuchten sich keine Sorgen zu machen.
Zum Thema Bürgersolaranlage auf dem Dach der Werla-Schule meinte er auf Nachfrage: „Wir haben alle Leute ausgezahlt.“ Zudem hätten die Geldanleger eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro erhalten. Kaub weiter: „Kunden, die jetzt nach der Rendite ihrer Einlagen fragen, müssen wir sagen, dass es eine Rendite erst nach 20 Jahren gegeben hätte. Deshalb können wir jetzt keine Zinsen auszahlen.“
