Gelände der Kiesteiche bei Isingerode ist bald renaturiert
Isingerode Nach jahrelanger Hängepartie kommt nun Schwung in die geplante Rekultivierung des Kiesteichs südlich der Bundesstraße 82 bei Isingerode.
„Bis zum 30. Juni sollten wir das erledigt haben“, erklärte Marcel Busch, Regionalleiter der Cemex Kies & Splitt GmbH auf Anfrage unserer Zeitung. Seit 2007 wird über die Zukunft des Geländes diskutiert, das der Baustoffhersteller bereits vor zwei Jahren verlassen hat. Am Mittwoch stellte Busch unmissverständlich klar: Cemex will an der ursprünglichen Linie festhalten und den Teich an den Fischereiverein Schladen übergeben.
Dieser beabsichtigt, dort ein Umwelt-Bildungszentrum aufzubauen. Das Konzept wurde im vergangenen Jahr von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins bestätigt. Nach Informationen unserer Zeitung wird hierzu überlegt, den Naturschutzbund Wolfenbüttel als Partner zu gewinnen.
Zwischenzeitlich hatte es allerdings heftige Irritationen gegeben. Grund: Ehemalige Vorstandsmitglieder des Fischereivereins reklamierten das Papier für sich und gründeten einen neuen Verein, der die Idee zunächst selbst weiter verfolgen wollte. Busch sagt: „Unser Partner ist und bleibt der Fischereiverein.“
Unterdessen erklärte der Leiter des Wolfenbütteler Umweltamts, Rolf Teletzki: „Wir sind gegenwärtig in der Stilllegungsphase, es müssen noch Restarbeiten ausgeführt werden.“ Der Landkreis ist die zuständige Genehmigungsbehörde für das Unterfangen.
Nutzer des Kiesteichs sei nach wie vor die Firma Cemex. Diese müsse gewährleisten, dass der Nachnutzer – also der Fischereiverein – sich nicht nur um das Bildungszentrum kümmert, sondern auch um die weit größeren Entwicklungsflächen. Soll heißen: Cemex muss sicherstellen, dass deren Pflege ordnungsgemäß erfolgt.
Laut Teletzki geht es dabei beispielsweise um offene Kiesbereiche mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. „Das darf nicht verbuschen“, so der Amtsleiter. Der Nachnutzer sei gefordert, die Flächen frei zu machen und zu halten. Zudem sollen Flachwasserbereiche auch in Zukunft als „Kinderstube für Fische und Amphibien“ vorhanden sein.
Laut Busch sind die Renaturierungsarbeiten nahezu abgeschlossen. Die neu geschaffenen Lebensräume würden von vielen Tier- und Pflanzenarten bevölkert. Beispiele seien der Flussregenpfeiffer, die blauflügelige Ödlandschrecke und die gemeine Smaragdlibelle. Der Regionalleiter: „Die restlichen Tätigkeiten können wir erst nach der endgültigen Stellungnahme des Landkreises fertigstellen.“ Teletzki bestätigt das Konzept, sieht jedoch noch Bedarf in der Feinabstimmung: „Es gibt noch keinen konkreten Zeitplan. Und auch die Frage, wie künftig dokumentiert werden soll, ist noch offen.“ Seiner Ansicht nach könnte das Verfahren jedoch sogar schon „im Lauf des Frühjahrs abgeschlossen werden“.
