Pink: Werden bei Hertie erhebliche Mittel investieren müssen
Wolfenbüttel Vertreter der Stadtverwaltung besichtigten erstmals das technisch völlig entkernte ehemalige Hertie-Kaufhaus am Schlossplatz.
Die Decken im leerstehenden Hertie-Kaufhaus sind weg. Hausverwalter Martin Siebert gibt auch gleich eine Erklärung für die fehlenden Decken im Erdgeschoss des Kaufhauses: „Die Architekten wollten schauen, wie es unter den Decken aussieht.“ Im Dunkeln erkennbar sind zahlreiche Versorgungsleitungen, hauptsächlich von der Belüftungs- und Klimaanlage.
Im Hertie-Kaufhaus ist der Besucher auf Tageslicht angewiesen, das durch die großen von Plakaten befreiten Schaufenster ins Innere scheint. Es gibt zwar teilweise noch Lampen an den Decken, etwa im Parkhaus, aber es fehlen die Stromkabel. „Die Substanz ist gut. Das Haus ist nur völlig entkernt worden“, berichtet Siebert Bürgermeister Thomas Pink, der gemeinsam mit Stadtrat Thorsten Drahn sowie Ivica Lukanic und Hans-Georg Kuder vom Gebäudemanagement am gestrigen Mittag das Gebäude unter die Lupe nahm.
Das ehemalige Kaufhaus am Eingang der Fußgängerzone mit einer Verkaufsfläche von 7000 Quadratmetern und eine Nutzfläche von etwa 10 000 Quadratmetern hat die Stadt zum 1. Januar aus der Insolvenzmasse der ehemaligen Löwenstraßen GmbH erworben.
Fast alles ist raus: Wasserleitungen, Elektroleitungen, Heizungen, sogar die Sprinkleranlage. Nur die erst 2004 erneuerte Klimaanlage existiert noch. Und die beiden Rolltreppen verbinden noch das Erdgeschoss mit der ersten Etage. An einigen Stellen sind kleine Wasserlachen zu sehen. Das seien Nachläufe aus der eigentlich entleerten Sprinkleranlage, erläutert der Hausmeister.
In der ersten Etage bietet sich aus der ehemaligen Kinderspielabteilung ein herrlicher Blick auf die Krambuden. Vom ehemaligen Restaurant, das ebenfalls völlig ausgeräumt wurde, inklusive der dazugehörenden Küche, hat der Besucher einen sehenswerten Blick auf den Schlossplatz, der eine Etage höher noch überwältigender ausfällt.
Die Dachterrasse, die früher teilweise auch als Verkaufsfläche genutzt wurde, hat sich die Natur teilweise schon zurückerobert. Wildkräuter wachsen dort zwischen den Steinplatten.
Der Ausblick auf Wolfenbüttel ist von dort hervorragend. Bürgermeister Thomas Pink kommt regelrecht ins Schwärmen: „Man kann sich hier oben viel vorstellen, wie man die Fläche sinnvoll nutzen kann.“ Er muss allerdings auch einräumen: „Wir werden hier erhebliche Mittel investieren müssen.“
Auf dem Weg zum Parkhaus mit seinen 120 Plätzen, dessen Öffnung gerade von der Stadtverwaltung geprüft wird, erläutert Pink die weitere Vorgehensweise, die in enger Abstimmung mit den Ratsgremien erfolgen soll: „Wir wollen jetzt Ideen und Ziele für das Gebäude entwickeln. Und wenn das Ziel feststeht, dann werden wir schauen, wie das Gebäude dazu passt und welche baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssen.“
Auf die Vertreter des städtischen Gebäudemanagements wird in den nächsten Wochen somit neue Arbeit zukommen.
