Loge zur Bundestreue feierte zwei Jubiläen
Wolfenbüttel Doppeljubiläum für die Loge zur Bundestreue: Sie feierte ihr 100-jähriges Bestehen und die 50. Wiederkehr des Aufstellens der Friedenstanne.
Eine festliche Gesellschaft hatte sich am Sonntag pünktlich um 11 Uhr in der Augusteerhalle der Herzog-August-Bibliothek eingefunden. Umrahmt von Musik der Harfenistin Christiane Werner gab es etwas Besonderes zu feiern.
Vorsitzender Günter Selle, im Sprachgebrauch der Loge „Edel-Erz“ genannt, konnte immerhin mehr als 250 Gäste aus dem Inland, aber auch Logenbrüder und -schwestern aus Norwegen, Finnland Schweden und der Schweiz begrüßen. Hausherr Professor Helwig Schmidt-Glintzer gratulierte denn auch zu dieser nationenübergreifenden europäischen Verbundenheit.
Auch die Bibliothek stehe für Internationalität und Freiheit des Denkens. So gesehen sei die Wahl des Ortes für den Festakt durchaus symbolisch zu werten. Ähnlich drückte es ein Logenbruder aus Drammen in Norwegen aus. 1961, bei einem Besuch der Zonengrenze in Mattierzoll, sei den Skandinaviern der Gedanke eines Friedenszeichens als Gruß in den Osten gekommen.
Nun, nach 23 Jahren deutscher Einheit, sei die Tanne als Symbol der Verständigung noch immer hochaktuell. Gastredner Frank Oesterhelweg, Landtagsabgeordneter und Landwirt, brachte es auf den Punkt. Hinter seinem Hof stehe ein Baum, gepflanzt 1871 als Andenken an den Sieg über Frankreich. „Lieber Friedenstanne als Sedanseiche“, so seine Kurzformel.
Die Festrede hielt Logenbruder Jürgen Linne aus Wolfenbüttel. Zu Beginn seiner Ausführungen legte er ein persönliches Bekenntnis ab. Treue und Freundschaft, gegenseitige Hilfe und Unterstützung seien die Werte, von denen er auch nach 26-jähriger Logenzugehörigkeit überzeugt sei. Wechselhaft sei die Geschichte der Loge seit ihrer Gründung am 27. Oktober 1912 gewesen. Mit 12 Gründungsmitgliedern ging es los.
Der erste Rückschlag war mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges verbunden. Doch schon 1921 zählte die Loge 30 Mitglieder. Der Aufschwung wurde gestoppt durch die 1934 erfolgte Auflösung der Loge durch die Nazis. Erst 1946 konnte wieder neu begonnen werden. Heute zählt die Loge 40 Brüder. Ihr Treffpunkt ist das Haus der Odd Fellows am Antoinettenweg.
Sichtbares Zeichen der Loge sei die Friedenstanne, die am 1. Dezember 1963 vor über 3000 Menschen das erste Mal erstrahlte. Linne ließ keinen Zweifel an dem Wert der Logen-Prinzipien: Einigkeit, Frieden, Eintracht. Nur über sie sei die Zukunft erfolgreich zu gestalten.
Die Grüße des Deutschen Druiden Ordens überbrachten Präsident Frank Graffenberger und sein Vize Wolfgang Gürtler. Zum guten Schluss überreichte Selle dem Hausherrn Schmidt-Glintzer einen Scheck über 3000 Euro für das Malerbuchkabinett.



