Kunden stürmen in die Geschäfte
Wolfenbüttel Mit den Umsätzen im Dezember sind Wolfenbüttels Kaufleute zufrieden. Das berichtet Harald Borm, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Harz und Heide.
„Die Tage nach Weihnachten sind wichtig“, meint Borm im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem, weil der Dezember im Vergleich zum Vorjahr zwei Verkaufstage weniger habe. Ursache dafür: die Verschiebung der Feiertage.
In der Innenstadt seien die Geschäfte gestern gut angelaufen. Borm führt das auch auf Rabattaktionen der Händler zurück. Zwar habe der klassische Winterschlussverkauf längst ausgedient. Dennoch lockten manche Läden mit zum Teil erheblichen Preisnachlässen. Der Vorsitzende kritisiert: „Leider hat der Gesetzgeber den Zeitpunkt für solche Aktionen nicht mehr begrenzt.“
Umgetauscht werde unterdessen weniger: „Die Leute kaufen heute bewusster ein“, findet Borm, Chef des Bekleidungsunternehmens Erdbrink und Vehmeyer. Auch der Wolfenbüttel-Gutschein, der in mehr als 60 Geschäften eingelöst werden könne, erfreue sich großer Beliebtheit. „Ich stelle fest, dass Kunden lieber ein Teil weniger verschenken als Abstriche bei der Qualität zu machen.“
Über ein volles Haus freute sich gestern auch Marina Buchmann, Filialleiterin von Depot, einem Geschäft für Dekoartikel und Einrichtungsgegenstände. „Es ist der Hammer, was hier los ist“, sagt sie. Grund dafür: Auf sämtliche Weihnachtsartikel wurde ein Nachlass von 50 Prozent gewährt. Die Filialleiterin: „Wir sind jetzt gut ein Jahr in der Stadt und von den Wolfenbüttelern sehr gut angenommen worden.“ Wie manch anderer Laden setzt auch Depot auf Kulanz im Nachweihnachts-Geschäft: „Wir nehmen ohne Wenn und Aber alles zurück.“
Von einem verhaltenen Geschäft spricht derweil Thomas Borchmann, Mitarbeiter der Buchhandlung Steuber. Zum einen stecke die Branche angesichts elektronischer Konkurrenz in Schwierigkeiten. Zum anderen sei es insbesondere in der zweiten Tageshälfte sehr ruhig in der Innenstadt. „Die Kunden fahren dann lieber nach Braunschweig, in dessen Schlagschatten Wolfenbüttel liegt.“ Seiner Ansicht nach fehlt vor Ort ein Kaufhaus, das eine Magnetfunktion ausüben könnte.
Von einem erwartungsgemäß hohen Kundenaufkommen berichtet unterdessen Matthias Reese, stellvertretender Leiter des Elektronikmarkts Expert: „Die Tage nach Weihnachten sind die frequenzstärksten.“ In dem Geschäft im Einkaufszentrum Forum wird vor allem Unterhaltungselektronik angeboten.
Laut Reese werden längst nicht mehr so viele Einkäufe nach den Festtagen umgetauscht. „Und wenn, dann bekommt der Kunde in den meisten Fällen sein Geld zurück.“ Ausnahme: wenn Produkte nachweislich bereits länger benutzt worden seien.
