Innovative Blicke in die Vergangenheit der Stadt
WolfenbüttelDie Stadt Wolfenbüttel hat damit begonnen, die nicht mehr als Sporthalle zu nutzende Jahnturnhalle im Bibliotheksquartier zu einer Ausstellungshalle und einem Bürgermuseum umzubauen (wir berichteten bereits).
Doch welche Aspekte der Stadtgeschichte sollen in welcher Form in diesem Bürgermuseum präsentiert werden? Eine erste Antwort gibt das von Dr. Hans-Henning Grote, Cortina Teichmann und Dr. Sandra Donner erarbeitete Konzept einer stadtgeschichtlichen Präsentation, das der Rat der Stadt mit dem Sanierungsbeschluss für die Jahnturnhalle beschlossen hat.
Die Stadt setzt sich dabei einen hohen Anspruch. In der Konzeptbeschreibung heißt es wörtlich: „Da gerade im Bereich Stadtgeschichte in vielen Städten auswechselbare, oft ‚verstaubte‘ und immer wiederkehrende Dauerausstellungen gezeigt werden, sollte die Wolfenbütteler Präsentation darauf zielen, zu überraschen, neu und ideenreich zu sein. In einer traditionellen Stadt wie Wolfenbüttel muss gerade der Blick in die Vergangenheit immer innovativ präsentiert werden.“
Da das Schwergewicht der bisherigen Sammlung zur Stadtgeschichte den Zeitraum vom 18. bis zum 20. Jahrhundert umfasst, die gesamte Stadtgeschichte aber seit der ersten Erwähnung 1301 dargestellt werden soll, sollen auch Computersimulationen, Panoramen, 3D-Inszenierungen und interaktive Modelle in der Schau zur Anwendung kommen.
Zur Umsetzung der Konzeption will sich die Stadt auch der Unterstützung einer professionellen Ausstellungsagentur bedienen, so wie dies schon bei der Neukonzeption des Museums Schloss Wolfenbüttel der Fall war.
Doch was soll präsentiert werden? Die thematische Gliederung in der vorgelegten Konzeption sieht folgende Bereiche vor: Bedeutende Unternehmen, Entstehung und Entwicklung der Stadt von den Anfängen bis heute; Residenzstadt; Stadt der Schulen; Arbeit und Leben, Handwerker und Bürger; Stadt der Gärtner; Wolfenbüttel im Nationalsozialismus; bedeutende Persönlichkeiten; Grenzöffnung; Geschichte der Jahnturnhalle, Juden in Wolfenbüttel; Wohnen in Wolfenbüttel; „Endlich zuhause“: Flüchtlinge, Nachkriegszeit, Wohnstadt, demografischer Wandel; Zukunft – wie sieht Wolfenbüttel in 50 Jahren aus?
Noch offen ist derzeit, ob die Stadtgeschichte in chronologischer oder rein thematischer Gliederung gezeigt werden soll.
Insgesamt hoffen die Konzeptersteller, dass sich durch die Kenntnis der Bedeutung Wolfenbüttels ein „Wir-Gefühl“ untermauern lasse, das identitätsstiftende wirken könnte.
