Das Klinikum darf auch Studenten ausbilden
Wolfenbüttel In Wolfenbüttel können Medizinstudenten der Georg-August-Universität Göttingen ihr Praktisches Jahr (PJ) im Städtischen Klinikum absolvieren.
Zwölf Plätze hält das Haus vor, weil es seit 1984 Lehrkrankenhaus der Uni ist. Die Wolfenbütteler Einrichtung befindet sich damit in guter Gesellschaft mit 38 anderen Häusern von Osterode, über Uslar und Hildesheim bis Bremen. Bis 2007 haben die Kliniken für die Ausbildung der Studenten Geld von der Uni bekommen, wie PJ-Beauftragter Professor Heinrich Keck sagt.
Inzwischen haben sich alle Häuser nach seinen Angaben auf einen Satz von 400 Euro geeinigt, den die Studenten für ihre monatliche Tätigkeit in Chirurgie, Innerer Medizin, Gynäkologie oder Anästhesiologie bekommen. Zudem dürfen sie kostenlos im Schwesternwohnheim leben und bekommen das Mittagessen im Haus kostenfrei. Die Kosten trägt nicht die Uni, sondern das jeweilige Lehrkrankenhaus.
Dennoch ist es lukrativ, wie Keck betont. „Zum einen ist es ein Imagefaktor, denn wir sind sozusagen Teil der Uni. Zum anderen sind wir froh über jeden Studenten, denn die Fast-Mediziner entlasten die oft dünne Personaldecke.“ Schließlich arbeiteten die Frauen und Männer in allen Bereichen mit: Station, OP, Zentrale Aufnahme und – wenn gewünscht – auch im Rettungswagen.
Nach einer neuen Bestimmung darf das Klinikum nicht nur Studenten der Uni Göttingen ausbilden, sondern auch die jeder anderen medizinischen Lehranstalt. Lediglich eine Absprache mit Göttingen sei dafür vonnöten.
Keck vermittelt den Studenten die theoretischen Kenntnisse nicht nur im Wolfenbütteler Klinikum. Er gehört zudem als außerplanmäßiger Professor zum Lehrkörper der Göttinger Uni. „Das macht unheimlichen Spaß und hält fit.“
Übrigens hat die Göttinger Einrichtung auch Mitspracherecht bei der Besetzung von Chefarztstellen. In erster Instanz sucht das Klinikum selbst die Bewerber aus, wie Keck erklärt. Dann komme auch die Uni ins Spiel.
