Kita und Schule sollen näher zusammenrücken
Cremlingen Kindergarten und Grundschule sollen zur pädagogischen Einheit verschmelzen: Das ist Ziel des Modellprojekts „Kita und Grundschule unter einem Dach“.
So beschreibt es die Rektorin der Grundschule Schandelah, Karina Grabarse. Lediglich acht Gemeinden Niedersachsens haben für das Projekt den Zuschlag bekommen. Cremlingen gehört wie berichtet dazu.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung stellten die Mitglieder des Netzwerks Cremlingen ihr Konzept für die dreijährige Arbeit vor. Zu diesem Netzwerk gehören außer der Grundschule Schandelah die Kita des Ortes, die Kita Hordorf, Abbenrode und Cremlingen. Im Grunde, da sind sich Lehrer und Erzieher einig, wird mit diesem Modellprojekt der Vorgänger, das so genannte Brückenjahr, fortgesetzt. Letzteres war vom Land zwei Jahre finanziert worden und kümmerte sich um die institutionelle Begleitung des Übergangs zwischen Kita und Schule. Nun sollen die Einrichtungen in den nächsten drei Jahren noch enger zusammenrücken. Gefördert wird das Projekt mit 30 000 Euro im Jahr.
Bislang lesen und singen Kita- und Grundschulkinder bereits gemeinsam und treiben zusammen Sport. Kindergartenkinder erkunden bereits vor ihrer Einschulung die Schule, werden einheitlich auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Grundschüler wiederum kehren ab dem zweiten Schuljahr beispielsweise für Lesepatenschaften wieder zurück in die Kita.
Für die nächsten drei Jahre nun soll der Schwerpunkt im Themenbereich Natur und Umwelt liegen. Unter anderem sollen Lernwerkstätten eingerichtet werden, in denen Kinder unterschiedlichen Alters selbständig lernen und arbeiten können. „Lehrer fungieren in diesen Werkstätten nur als Beobachter. Die Kinder entscheiden selbst über Tempo und Materialauswahl“, erklärt Kita-Chefin Catrin Brenner.
Schon ab Januar wird es so genannte Das-kann-ich-schon-Hefte geben. Die wurden aus den bisherigen Beobachtungsbögen des Brückenjahrs weiterentwickelt. Dabei soll stets vom Positiven ausgegangen werden, um die Kinder – wie Erzieherinnen und Lehrer betonen – in dem zu bestärken, was sie bereits gelernt haben. Die Hefte sollen nicht über die Köpfe der Kinder hinweg, sondern mit ihnen gemeinsam geführt werden.
Direkt profitieren werden von diesem Modellprojekt etwa 150 Kinder, die in den drei Jahren in der Grundschule Schandelah eingeschult werden. „Wir hoffen, dass das Ganze dann auch Standard wird“, so Bürgermeister Günter Eichenlaub.
Zudem habe sich bereits durch das Brückenjahr auch in den beiden anderen Grundschulen Weddel und Destedt etwas verändert. Die Lehrer würden ohnehin zu Fortbildungen eingeladen. Das Kultusministerium begleitet das Ganze wissenschaftlich.
