Architekt malt – Spender zahlt
Cremlingen Wer verschickt denn im Zeitalter von Computern und Smartphones noch Weihnachtskarten? Markus Windisch schwört drauf.
Seit 1998 fertigt er sogar für seine persönlichen Weihnachtsgrüße an Freunde handgemalte Postkarten an. Als Motiv wählt er dafür immer wieder Kirchen der Region.
In diesem Jahr hat er die Klosterkirche Riddagshausen in weihnachtlichem Glanze abgebildet. „Kirchen haben es mir als Zeugen der Schaffenskraft unserer Vorfahren einfach angetan“, sagt der 50-jährige Architekt. Mit seinen Aquarellen will er die Bauwerke einmal im Jahr in Erinnerung bringen.
Wer sich Zeit für das Bild nimmt, hat einiges zu entdecken. Immer wiederkehrend auf seinen Karten sind der Weihnachtsmann, ein Bläserchor und der Stern von Bethlehem. Auch die nächtliche Stimmung mit dunkelblauem Himmel und einer hell erleuchteten Kirche wählt Windisch gern: „So stell ich es mir halt am Weihnachtsabend vor.“
Neu ist in diesem Jahr, dass 500 Karten an Freunde und Kunden verschickt werden, die mit der Bitte um Spenden für die Klosterkirche Riddagshausen verbunden sind. Anlass, so Windisch, war die Berichterstattung unserer Zeitung über den finanziellen Notstand der Gemeinde. „Vielleicht kann ich so ja noch etwas Gutes tun.“
Rund 500 Euro steckt er selbst in dieses Projekt: Material, Porto und Lohn für seine Mitarbeiter, die ihm beim Eintüten geholfen haben. Der Kirchengemeinde stellt Windisch zudem noch 500 Karten zur eigenen Verwendung zur Verfügung.
Seitdem der 50-Jährige vor sieben Jahren nach Cremlingen gezogen ist, hat er auch Kirchen der Gemeinde und dörfliche Motive gemalt. Einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen gab es im vergangenen Jahr bei einer zweimonatigen Ausstellung in St. Martini in Braunschweig.
Inzwischen, sagt Windisch nicht ohne Stolz, warteten einige zur Weihnachtszeit schon auf seine Karte. „Manche sammeln sie sogar.“ Zu besonderen Anlässen hat er auch schon das eine oder andere Original an Freunde verschenkt.
Seit gestern wird das aktuelle Weihnachtsmotiv verschickt, und der Cremlinger hofft nun auf einen Impuls und viele Spenden: „Mindestens 500 Euro und damit von jedem Empfänger wenigstens ein Euro – das wäre schon schön.“



