Wutausbrüche als Mittel gegen des Königs Stottern
Salzgitter Er soll dem künftigen britischen König das flüssige Sprechen bei bringen – Steffen Wink als Lionel Logue in „The King‘s Speech“.
Er spielte als Tobias Schrader in den „Schimanski“-Filmen neben Götz George. In der Verfilmung von „Les Miserables“ stand er mit Gérard Depardieu und John Malkovich vor der Kamera. Ab Dezember steht Steffen Wink gemeinsam mit Götz Otto in „The King‘s Speech“ auf der Theaterbühne, am 7. Dezember auch in Salzgitter. SZ-Volontär Jan-Michael Schürholz sprach mit dem Schauspieler am Telefon über seine Karriere und die Rolle des Lionel Logue an der Seite von Götz Otto als künftigen König.
„Als ich hörte, dass Götz den König spielt, habe ich mich natürlich sehr gefreut“, sagt Steffen Wink im Telefongespräch. Die beiden Schauspieler würden sich bereits seit langer Zeit kennen. „Jedoch nicht aus Jugendtagen“, sagt Wink, obwohl beide Heimatorte nur durch ein kleines Waldstück getrennt waren. „Ich lernte Götz erst am Münchener Residenztheater kennen. Dort standen wir für Shakespeares ’Was Ihr wollt‘ auf der Bühne“, sagt Wink.
Beide Schauspieler standen bereits für mehrere internationale Produktionen auf der Bühne. Götz Otto war unter anderem in „James Bond – Der Morgen stirbt nie“ zu sehen. Wink selbst spielte neben Gérard Depardieu und John Malkovich. Warum es ihn vom Filmset dennoch immer wieder zurück auf die Bühne treibt, beantwortet Wink so: Er liebe die Abwechslung. „Ob beim Film oder am Theater, das ist eigentlich gleich“, sagt er und ergänzt: „Das Theater war mir aber zu einengend.“
Allerdings seien die beiden Zweige Film und Theater nur schwer miteinander zu vergleichen. „Nicht nur vom Spiel her sind sie völlig unterschiedlich, sondern auch von der Arbeitsweise“, so Wink. Das Theaterspiel mache aber wahnsinnig Spaß. „Es ist wie bei einem Musiker, der seine Songs nicht nur im Studio aufnimmt, sondern auch auf der Bühne ein ganzes Konzert gibt. Mit Publikum und den Reaktionen auch seiner Kollegen. Jede Vorstellung ist immer etwas anders“, sagt der Schauspieler.
In „The King‘s Speech“ mimt Wink den eigenwilligen Sprachtherapeuten Lionel Logue. „Er ist ein Sprachtherapeut, der mit sehr unkonventionellen Mitteln arbeitet“, sagt Wink über seine Rolle. Weil dieser in der Londoner Harley Street wohnt, würden alle denken, dass Logue Arzt sei. „Stattdessen ist Logue nur ein total mäßiger Schauspieler, der aber über eine sehr gute Aussprache verfügt“, erklärt Wink. Das Schwierige an dieser Rolle sei, dem Stotterer zuzuhören. „Man kennt es ja selber, wie schwierig es sein kann, jemanden zuzuhören, der extrem stottert“, sagt der Schauspieler.
Logue nutze sehr unkonventionelle Übungen, für die Arbeit mit dem Herzog und der Herzogin. „Man kann ihn ein wenig als Anti-Royalisten sehen, der keinen Respekt vor dem Adel hat, was zu sehr witzigen Szenen führt“, erläutert Wink. Als Logue bringe Wink den künftigen König sehr oft in Rage. „Denn in seinen Wutausbrüchen, so stelle ich fest, stottert er nicht oder weniger, weil er weniger über das aktive Sprechen nachdenkt“, sagt Wink. Neben Wut würden aber auch Musik und Tanz eine wesentliche Rolle spielen.
Lesen Sie das Interview mit Steffen Wink in der Samstagsausgabe der Salzgitter-Zeitung.

