„Stromkabel dürfen Westerlinde nicht einfach einkesseln“
Baddeckenstedt Samtgemeinde-Bürgermeister sieht keinen Fusionsdruck und kündigt familienfreundliche Verbesserungen an.
Zum Jahreswechsel in der Samtgemeinde Baddeckenstedt fand Bürgermeister Jens Range einen Leitspruch von Rainer Maria Rilke (1875-1926): „Lasst Euch nicht beirren von Übergängen.“ Im Gespräch mit SZ-Mitarbeiter Jörg David erläuterte Range die Gründe für seine Zuversicht.
„Die Samtgemeinde stand zum Ende des Jahres 2012 relativ gut da. Dies liegt natürlich an erfreulichen Wirtschaftsdaten“, sagte Range. Er verwies aber auch auf die solide Haushaltslage der Samtgemeinde und aller sechs Mitgliedsgemeinden, die im Prinzip schuldenfrei seien – außer 71 000 Euro zinslose Kredite der Kreisschulbaukasse. Aber, warnte Range, die Eurokrise sei noch längst nicht abgewendet. „Konjunkturschwankungen haben auch auf unsere Haushalte große Auswirkungen.“
Range verspüre aber keinen Druck zur Fusion mit anderen Kommunen. „Selbst beim erwarteten Bevölkerungs-Rückgang – derzeit haben wir 10 450 Einwohner – blieben wir deutlich über der 8000er Grenze für Samtgemeinden“, betonte Range. Bestenfalls könnte es freiwillige Fusionen einzelner Mitgliedsgemeinden oder die Bildung einer Einheitsgemeinde geben.
Range kündigte zudem an, weitere Krippenplätze für unter Dreijährige in Burgdorf schaffen. Zum 1. August ist außerdem ein Hort an der Grundschule Elbe geplant, der „ eine Lücke in der Ganztagsbetreuung von Kindern“ schließe.
Der Samtgemeinde-Bürgermeister kritisierte die vom Netzbetreiber Tennet favorisierte Trassenführung der 380-kV-Starkstromleitung. „Die zweimalige Querung der Autobahn 39 und eine Einkesselung des Dorfes Westerlinde ist schlichtweg unzumutbar für die Bevölkerung.“ Stattdessen sollte die neue Leitung am besten unterirdisch mit der vorhandenen 110-kV-Trasse bis Nettlingen gebündelt werden.
Sein Dank gilt allen ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen, Verbänden, Feuerwehren und den Kirchen. Range: „Ohne ihren uneigennützigen Einsatz wäre unsere Gesellschaft nicht denkbar, zumindest wäre sie um vieles ärmer. Danke auch an all diejenigen, die unser kulturelles und historisches Erbe sowie Kulturgut in örtlichen Institutionen pflegen.“ Alle sollten auch 2013 Ideen, Tatkraft und Kreativität zum Wohle der Allgemeinheit einbringen.

