Smartphones und Brettspiele sind die Renner
Salzgitter In Lebenstedt war erstes Adventswochenende für Händler am erfolgreichsten, in Salzgitter-Bad begann das Weihnachtsgeschäft diesmal später.
Recht wenige Passanten streiften am vierten Adventssamstag mit prall gefüllten Einkaufstaschen durch Salzgitters Fußgängerzonen. Offenbar fließt einiges an Kaufkraft aus Salzgitter Richtung Braunschweig, Hannover oder Hildesheim ab.
Dennoch zieht Meinhard Funk, Vorsitzender der Werbegemeinschaft City Lebenstedt eine positive Bilanz. Etliche Kaufleute nannten das erste Adventswochenende als das beste. Die Kunden hätten vor allem an Samstagen die Geschäfte aufgesucht. Funk: „Gute Umsätze wurden vornehmlich durch eigene Aktionen der Kaufleute erwirtschaftet. Das zeigt, wer etwas tut, ist auch erfolgreich.“ Zudem hätten sich die längeren Öffnungszeiten positiv ausgewirkt.
Ähnliches erhofft sich die Kaufmannschaft vom Weihnachtsmarkt, der erst mit dem verkaufsoffenen Sonntag am 30. Dezember von 13 bis 18 Uhr enden wird. Funk: „Wir wollen nächstes Jahr wieder die Kirchenbuden anbieten und nicht allein Ess- und Trinkstände. Wir nehmen die konstruktive Kritik der Bürger sehr ernst.“
Geschäftsfrau Claudia Neumann versichert, dass der Umzug in eine sogenannte 1A-Lage ihr neue Kunden beschert habe und in diesem Jahr Kunden mehr Mut zu farbiger Männerunterwäsche zeigen würden. Ihre Tochter Marie, die auf dem Weihnachtsmarkt Crêpes verkauft, wurde dort allerdings von einem Passanten gefragt: „Wo geht es denn hier zum Weihnachtsmarkt?“, obwohl er bereits mitten auf ihm stand.
Gegenteiliges berichtet Ruth Hoffmann. Die Inhaberin eines Geschäfts für Damenmoden, habe von mehreren aus Salzgitter stammenden Kunden, die zum Fest ihre Eltern besuchen, gehört, dass das Angebot hier erstaunlich gut sei und zudem ansprechend präsentiert würde.
Erst Anfang bis Mitte Dezember habe sich, im Gegensatz zu früher, das Weihnachtsgeschäft entwickelt, sagt Sabine Kaiser, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad, im Widerspruch zu ihrem Pendant Funk. Auch wegen der Sterntaler-Aktion seien donnerstags und freitags bis 20 Uhr die Kunden in die Geschäfte geströmt.
Obwohl einige Geschäfte nicht die Umsätze der Vorjahre erreicht hätten, freut sich Kaiser, dass die Kunden sehr entspannt bei ihren Einkäufen gewirkt hätten. Sie nennt Brettspiele als Renner für den Gabentisch. Es sitzt wohl doch nicht jedes Familienmitglied allein vor dem Computer oder seiner Spielkonsole. Smartphones, aber auch Holzpuzzles sowie modische Schals wurden oft gekauft und landen unter vielen Weihnachtsbäumen.
„Ich habe noch so gut wie keine Geschenke gekauft, das mache ich erst am Montag“, sagte Marcel Bürger. Salzgitters Bürgermeister: „Ich verschenke zum Fest auch viel Zeit, Zeit mit mir.“ – Eine Alternative zum Konsumieren.
