Zähes Osterlinder Kopfsteinpflaster
Osterlinde Ab Sommer sollte ein neuer Straßenbelag vor Lärm schützen. Doch den alten gibt es bis heute.
Bernd Smeikal fühlt sich auf den Arm genommen von der Stadt. Denn das Kopfsteinpflaster in der Burgdorfer Straße, in der er wohnt, ist immer noch da. Das sieht zwar hübsch aus, aber wenn Autos drüberfahren, gibt es Krach. Und wenn viele Autos drüberfahren, gibt es noch mehr Krach. Vertreter der Stadt und Lokalpolitiker haben zwar schon nach Beschwerden der Anwohner einen Lokaltermin im Frühjahr ausgemacht. Aber bisher ist eben noch nichts passiert.
Tatsächlich meldete die SZ am 19. März, dass die für den Austausch des Kopfsteinpflasters benötigten 70 000 Euro in den Haushalt eingestellt würden, dies war im Ortsrat Nordwest von der Verwaltung mitgeteilt worden. Der Austausch sollte kurzfristig erfolgen.
Das hat Bernd Smeikal gelesen und sich gefreut. „Wir waren fest von der Umsetzung überzeugt“, sagt er. Und auch Ortsbürgermeisterin Ute Skalik hat bei ihm angerufen und von einer freudigen Nachricht gesprochen, sagt Smeikal. Doch das Kopfsteinpflaster harrt bis heute aus. Was ist passiert?
„Die Pflasterung ist vor 20 Jahren auf Wunsch der Bevölkerung im Rahmen der Dorferneuerung gelegt worden“, sagt Stadtsprecher Norbert Uhde. Es seien Fördermittel in Anspruch genommen worden, sagt Uhde. Und da gebe es bestimmte Fristen, nach denen man solche geförderten Maßnahmen wieder neu in Angriff nehmen könne. „Sonst muss man unter Umständen etwas zurückzahlen“, sagt Uhde. Dies werde derzeit rechtlich geprüft.
Auch sei gar keine konkrete Summe genannt worden, sagt Uhde, schon angesichts der Haushaltssituation. Uhde: „Das war nur eine Absichtserklärung.“ Das Ganze sei nämlich relativ kostspielig, weil rein technisch nicht einfach eine Asphaltdecke aufgebracht werden könne. „Man müsste ein Projekt entwickeln für den Ausbau der Steine und den Neubau der Straße“, informiert Uhde.
Auch die Ortsbürgermeisterin für Nordwest, Ute Skalik, kann sich erinnern, dass das Thema in die Fraktionen zurückverwiesen wurde. „Dabei hatten wir uns so gefreut, als die erste positive Nachricht kam“, erinnert sie sich.
Eine Lösung gegen den Lärm wäre auch, die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 zu senken. Zumal viele Autofahrer ohnehin nicht die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer einhielten, sagt Ute Skalik. Doch das sei schwierig, da es sich um eine Landesstraße handele. „Wir haben aber noch nicht aufgegeben“, sagt Ute Skalik.



