Vor Weihnachten drehte sich vieles um die Kinder
Bruchmachtersen Zahlreiche Spenden sorgten bei der Salzgitter-Tafel für Stress bei den Mitarbeitern, aber für positiven
Stille ist in die Räume der Salzgitter-Tafel eingekehrt. Nur noch das Summen einiger Kühlgeräte erfüllt den sonst inzwischen gut besuchten Verkaufsraum im Söhlekamp.
Es ist Weihnachten und auch die Ehrenamtlichen des Vereins können nun endlich die besinnlichen Feiertage im Kreise ihrer Liebsten genießen. „Ich werde mit meiner Frau unsere Familie besuchen“, sagt Vorsitzender Hartmut Böhm. Noch am Freitag hatten er und sein Team ein letztes Mal vor den Feiertagen für ihre Kunden geöffnet.
„So richtig kommt die Weihnachtsstimmung erst auf, wenn ich hier abends zusperre und bei meiner Familie zuhause bin“, sagt Böhm. Dann genieße er die Zweisamkeit mit seiner Frau. In den Tagen vor Weihnachten sei an besinnliche Stimmung jedoch nur selten zu denken gewesen.
Denn bereits Wochen zuvor begann für die gut 70 Mitarbeiter der Tafel der Weihnachtsstress. „Unser Terminkalender war in den vergangenen Tagen gut gefüllt“, sagt Böhm. Viele Unternehmen und Organisationen hatten Geschenke für die Kinder gesammelt und sie bei der Tafel abgegeben oder verteilt.
Eine Weihnachtsfeier für die inzwischen gut 420 Kinder der Kunden gab es in diesem Jahr jedoch nicht. „Wir wollten nicht noch ein Ereignis für die Kinder schaffen“, erklärt Böhm. Denn gerade für die Kinder hätten sich wieder viele Unternehmen engagiert. Auszubildende eines großen Konzerns beteiligten sich ebenso an diesen Spenden wie ein Wohnungsunternehmen. Ein Fitness-Center habe 80 Sterne vorbereitet. „Auf diese durften die Kinder jeweils einen Wunsch schreiben, der durch die Nutzer des Centers erfüllt wurde“, sagt Katharina Mittelstaedt. Die Sterne würden meist jahrgangsweise verteilt. „Außerdem erhält jede Familie mit mehreren Kindern nur einen“, sagt sie. Eine Partei wollte sogar 300 Weihnachtsbäume für die Familien spenden.
Auch wenn es für das Team der Tafel Stress bedeute, so freue sich Böhm doch über jede Spende, sagt er. Denn so könne den Kindern das Weihnachtsfest etwas verschönert werden. „Eigentlich ist es traurig, dass es uns gibt, aber es ist gut, dass es so ist“, sagt Böhm und wirkt ernst. Auch weil es außer Weihnachten auch noch andere Tage gibt.
Vor zwölf Jahren wurde die Tafel in Salzgitter gegründet. Er war dabei. „Damals verzeichneten wir gut 200 Kunden in der Woche“, sagt er. Heute habe sich diese Zahl verzehnfacht. „Etwa 130 Abholer haben wir jetzt pro Tag“, sagt Böhm, das sind etwa 2100 Kunden in der Woche. Es sei aber wichtig den Menschen auch weiterhin zu helfen.
„Außer an gesetzlichen Feiertagen, versuchen wir immer vier Tage die Woche geöffnet zu haben“, sagt Böhm. Am 27. und 28. Dezember stehen sein Team und er wieder in den Räumen der Tafel im Söhlekamp, um den Kunden zu helfen. Doch jetzt ist auch für die Mitarbeiter der Tafel endlich Weihnachten, finden sie etwas Ruhe.
